Bayern-Besuch Der Papst ganz privat
Regensburg - Der Heilige Vater werde morgen voller Melancholie abreisen, sagte ein Vertrauter. Und Georg Gänswein, seines Zeichens Privatsekretär des Papstes, wusste zu berichten, dass der Pontifex seine Heimat genieße: "Er besucht die Stationen seines Lebens voller Freude, aber er wird auch sehr, sehr schweren Herzens wieder nach Rom fahren."
Gänswein hatte sich während des gesamten Bayern-Besuchs in unmittelbarer Nähe des Papstes aufgehalten und war auch dabei, als der Pontifex heute gemeinsam mit seinem Bruder Georg Ratzinger am Grab der Eltern und der Schwester auf dem Friedhof im Regensburger Stadtteil Ziegetsdorf betete. Eigentlich ein sehr intimer Moment.
Doch selbst bei diesem Termin auf dem abgesperrten Friedhof blieb der Papst von der Öffentlichkeit nicht unbeobachtet - das Bayerische Fernsehen übertrug live, nach Angaben des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller geschah dies auf ausdrücklichen Wunsch des Vatikans.
Anschließend besuchte der Papst mit seinem Bruder sein Haus im Regensburger Vorort Pentling, wo er während seiner Lehrtätigkeit an der Universität Regensburg in den siebziger Jahren gelebt hatte. Das Haus gehört ihm noch immer. Einige Nachbarn von früher und Bewohner des Ortes hatten sich zur Ankunft des Papstes versammelt - Benedikt XVI. ging spontan auf sie zu, begrüßte sie und nahm sich ausgiebig Zeit für Gespräche.
Einziger offizieller Programmpunkt des fünften Besuchstages war die Einweihung einer neuen Orgel in der Basilika "Alte Kapelle" in Regensburg. Das 730.000 Euro teure Instrument ist eine Schenkung an den Papst. Der bezeichnete die Orgel dankbar als "Königin der Instrumente." Morgen beendet Benedikt XVI. nach einem Abstecher nach Freising seine sechstägige Bayern-Reise.
sön/dpa/AP/ddp/Reuters