Bayern: Kampfjet stürzt nahe Wohngebiet ab - DER SPIEGEL
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Bayern Kampfjet stürzt nahe Wohngebiet ab

Bis zur Katastrophe waren es nur 200 Meter: Ein spanisches Kampfflugzeug ist nahe der oberbayerischen Stadt Neuburg an der Donau abgestürzt. Bei einer Luftwaffenübung habe die Maschine Feuer gefangen und sei zwischen zwei Ortschaften niedergegangen, teilte ein Sprecher der Bundeswehr mit.
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Neuburg - Die Maschine war am Morgen nur vier Minuten nach dem Start in Brand geraten und abgestürzt. Der 27-jährige spanische Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz. Bei der Landung mit dem Fallschirm verletzte er sich leicht. Die Absturzursache blieb zunächst unklar. Die Mirage F-1, die keine Waffen an Bord hatte, war um 8.30 Uhr gemeinsam mit zwei weiteren Kampfjets vom Flugplatz des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg gestartet. Die spanischen Maschinen waren auf dem Weg zu einer Luftabfangübung.

Der Unglücksjet stürzte rund acht Kilometer südwestlich von Neuburg ab und bohrte sich tief in den Feldboden. Die brennende Maschine verfehlte nur knapp bewohntes Gebiet: Laut einem Polizeisprecher liegt die Absturzstelle lediglich 200 Meter von der kleinen Ortschaft Eschling entfernt. Die Piloten der beiden anderen Flugzeuge verständigten Rettungskräfte und kreisten bis zu deren Eintreffen über der Unfallstelle, die großräumig abgesperrt wurde.

In den Trümmern begannen Experten der Bundeswehr umgehend, Spuren zu sichern und nach der Unfallursache zu forschen. Soldaten sammelten herumliegende Teile ein. Die spanische Luftwaffe entsandte ein eigenes Expertenteam. Die Ermittlung der Unglücksursache könne bis zu einem halben Jahr dauern, sagte ein Bundeswehr-Sprecher. Der 27-jährige Pilot konnte zunächst nicht zum Hergang des Absturzes befragt werden. Der Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert und ärztlich versorgt. Welche Verletzungen der Pilot erlitten hatte, wollte der Sprecher nicht sagen. Der 27-Jährige sei ansprechbar, hieß es lediglich.

Die am Freitag gestartete internationale Großübung der Luftwaffe ging unterdessen weiter. An dem Testeinsatz mit dem Namen "Elite" nehmen rund 1700 Soldaten aus 14 Nato-Staaten und vier weiteren Nationen teil. Bei der jährlichen Luftwaffenübung werden neue taktische Verfahren entwickelt und getestet. Die Übung im Luftraum über Bayern und Baden-Württemberg dauert noch bis zum 9. Juni. Nach dem Absturz war zunächst vermutet worden, es handele sich um einen Phantom-Kampfjet der deutschen Bundeswehr. Anfang Dezember war ein Bundeswehr-Tornado nahe dem Fliegerhorst Lagerlechfeld (Landkreis Augsburg) abgestürzt und ausgebrannt. Der 31-jährige Pilot und ein 40-jähriger Offizier kamen ums Leben.