Bayern: Polizei fahndet nach Schulschwänzern - DER SPIEGEL
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Bayern Polizei fahndet nach Schulschwänzern

Für Schulschwänzer in Bayern haben harte Zeiten begonnen: Die Polizei wird sie ab heute notfalls selbst zum Unterricht bringen. Die Beamten werden während der Schulzeit Kaufhäuser, Internet-Cafés und andere Jugendtreffs kontrollieren, um säumige Schüler ausfindig zu machen.
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München - Die Schulschwänzersuche war zwei Jahre lang in Nürnberg getestet worden und wird nun mit Beginn des neuen Schuljahres auf den gesamten Freistaat ausgedehnt. Im Rahmen der Testphase in Nürnberg war die Zahl der beharrlichen Schulschwänzer dort im Schuljahr 1998/1999 um rund 40 Prozent gesunken. Die Zahl der Ladendiebstähle von Kindern ging im gleichen Zeitraum um rund drei Prozent zurück. Jeder zweite der aufgegriffenen Schwänzer in Nürnberg hatte bereits eine Straftat begangen, jeder Dritte war durch Ladendiebstahl aufgefallen.

Bayerns Innenminister Günther Beckstein hat den anderen Bundesländern bereits im Juni eine Übernahme des Schulschwänzerprogramms empfohlen, da Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen notorischem Schulschwänzen und Ladendiebstählen nachgewiesen hätten.

Während in Kiel, Hamburg und Hannover nach einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen zwischen 13 und 15 Prozent der Schüler dem Unterricht fern bleiben, lag die Quote in der Test-Stadt Nürnberg nach Angaben des dortigen Schulamtes bei nur 1,16 Prozent. In München sind es der Studie zufolge 5,9 Prozent.