Beagle Elvis riecht, ob Eisbärinnen schwanger sind - DER SPIEGEL
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Lebender Schwangerschaftstest: Beagle mit feiner Nase

Foto: Orlin Wagner / AP / dpa

Tier macht Sachen Beagle Elvis, der Schwangerschaftstester

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ist eine Eisbärin schwanger oder nicht? Diese Frage lässt Zoos und Wissenschaftler regelmäßig verzweifeln. Doch nun kommt Hilfe. Beagle Elvis kann die Schwangerschaften erschnüffeln. Die Trefferquote des Hundes ist beeindruckend.

Eisbärenschwangerschaften sind relativ selten und für Zoos mit großem Aufwand verbunden. Die Mütter müssen von den Vätern getrennt werden, oft werden gesonderte Gehege inklusive 24-Stunden-Videoüberwachung eingerichtet. Da hilft es, wenn man ein wenig im Voraus Bescheid weiß.

Hier kommt Elvis ins Spiel. Der zweijährige Beagle aus einem Hundezentrum in Kansas kann riechen, ob eine Eisbärin schwanger ist. Die Tierparks müssen nur Stuhlproben einschicken. Bei schwangeren Tieren sind darin bestimmte Proteine enthalten, die Elvis erschnüffeln kann - eine einfache, günstige und für die Bären vor allem stressfreie Methode. Der Beagle ist nicht der einzige Hund im Schnüffeldienst der Wissenschaft. Ein Labrador aus Japan kann Darmkrebs riechen, andere Hunde erkennen anhand von Atemproben Lungenkrebs.

Die Idee für den Hund als Schwangerschaftstester hatte Erin Curry, Forscherin an der Universität Cincinnati. Sie ging mit ihrem Anliegen zu Matt Skogen, Inhaber des Hundezentrums. Zunächst hatte er einen Border Collie für den Job in Betracht gezogen. Aber Elvis erwies sich schnell als der geeignetere Kandidat. "Er geht sehr methodisch vor", sagte Skogan.

Das Training dauerte fast ein Jahr, ehe in der vergangenen Woche die Prüfung folgte: Curry legte Elvis eine Auswahl neuer Proben vor. Als der Hund die richtigen identifizierte, war sie beeindruckt: "Wow, das funktioniert!" Elvis hatte im Training laut der Nachrichtenagentur AP eine Trefferquote von 97 Prozent. "Wir wussten nicht, dass das möglich ist", sagte Skogen.

Nun können Zoos aus den USA auf Elvis' Dienste zurückgreifen. Sie seien ein "möglicherweise wichtiges neues Instrument", sagte Randi Meyerson, die für die Tierparks in den USA die Fortpflanzung der Eisbären koordiniert.

Für Elvis selbst dürfte die Belohnung nach der Arbeit indes interessanter sein. Nach getaner Schnüffelei gibt es immer Leckerchen und eine ausgedehnte Spieleinheit mit seinem Lieblingsspielzeug, einer Quietsche-Ente.

ulz/AP