Becker-Bekenntnisse: "Ermakowa war weniger als eine Affäre" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Becker-Bekenntnisse "Ermakowa war weniger als eine Affäre"

Boris Becker hat eine öffentliche Bilanz seines Lebens gezogen. Er sei mit sich im Reinen. Die Sex-Geschichte mit Angela Ermakowa sei allerdings "unter aller Sau" gewesen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die Begegnung mit dem Londoner Model Angela Ermakowa falle noch nicht einmal unter die Kategorie Affäre. In der ARD-Talkshow "Beckmann" sagte das einstige Tennisidol am Montagabend: "Das war eine fünfsekündige Aktion, ich habe sie vorher und nachher nie gesehen." Es sei nicht das erste Mal, dass einem Prominenten das passiere, sagte er und fügte hinzu: "Das ist ein Fehler, den kann ich nicht mehr gutmachen." Es sei "unter aller Sau" gewesen. Becker hat mit Ermakowa eine uneheliche Tochter.

Zu dem Stelldichein in der Besenkammer eines Londoner Restaurants sei es am letzten Tag seiner Tennis-Karriere gekommen, berichtete der dreimalige Wimbledon-Sieger. Er habe damals schon am Nachmittag "das eine oder andere getrunken". Dann habe es wieder "eine Riesendiskussion" mit Barbara gegeben, also habe er "weitergetrunken und komplett die Nerven verloren."Becker räumte ein: "Das Resultat ist brutal, für meine Frau, meine Kinder, meine Mutter. Ich habe einen großen Fehler gemacht. Was soll ich mich verteidigen - es gibt keine Verteidigung."

Becker klagte, dass nun jede Frau, mit der er sich treffe, zu seiner neuen Freundin erklärt werde. Er selbst habe in der letzten Zeit vor vielen Frauen den Respekt verloren. Nachholbedarf habe er nicht. Er erklärte, er habe nach dem Motto gelebt: "Ich hole mir den Hunger draußen, aber mein saftiges Steak hol ich mir zu Hause."

Trotz Scheidung ein glückliches Familienleben

Auch nach seiner Scheidung von Babs führe er ein glückliches Familienleben. Sein Zuhause sei da, "wo die Familie ist, wo die Kinder sind". Deshalb fliege er alle zwei Wochen nach Miami. "Wir sind mit den Kindern am Strand, man könnte meinen, wir sind nicht geschieden", erzählte er.

Zur Scheidung sagte Becker: "Ich hätte natürlich auch etwas vorspielen können. Wir schreien uns zu Hause an aber lassen uns nicht scheiden - so kann ich das nicht." Dass die Trennung etwas damit zu tun habe, dass Barbara eine eigene Karriere vorantreibe, sei lächerlich. "Ich will eine Frau, die selbständig ist, deshalb habe ich das ja unterstützt. Aber wenn beide den ganzen Tag unterwegs sind, bleibt zu wenig Zeit für die Kinder." Auch die stillen Momente hätten gefehlt, "wir konnten unser Zusammenleben nicht mehr meistern". Von der Krise allerdings sollte nichts nach außen dringen: "Deshalb haben wir natürlich geschauspielert."

"Etwas Schlimmeres kann man keiner Ehefrau antun"

Becker betonte erneut, dass er die Scheidung nie gewollt habe, "aber ich habe einen sehr großen Vertrauensbruch erlitten", sagte er. Dass seine Ex-Frau die gemeinsamen Kinder nach Amerika gebracht und ihn im Streit um den Kindesunterhalt einem Strafverteidiger ausgesetzt habe, habe Vertrauen zerstört. Vor Gericht in Miami habe er sich gefühlt wie ein Krimineller. "Ich habe Barbara damals gehasst." Zugleich räumte er ein: "Aber ich habe auch ihr Vertrauen missbraucht - etwas Schlimmeres kann man keiner Ehefrau antun."

Als Beckmann Becker nach dem Abschied von dessem Vater fragte, füllten sich Beckers Augen mit Tränen. Beckers Vater Karl-Heinz war im April 1999 im Alter von 63 Jahren an Krebs gestorben. "Wenn ich nur einen Menschen gebraucht hätte, dann wäre es mein Vater gewesen in der Zeit. Da kann ich auf alle Berater pfeifen - die zahl' ich ja eh. Mein Vater hätte nie 'ne Mark von mir angenommen. Und das hat mir gefehlt." Um so wichtiger sei seine Mutter Elvira für ihn.