Becker-Scheidung: Ein Fall für den Staatsanwalt - DER SPIEGEL
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Becker-Scheidung Ein Fall für den Staatsanwalt

Die überraschend schnelle Scheidung von Boris und Barbara Becker durch das Amtsgericht München beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Es geht um die Frage, ob die Richter zu schnell entschieden haben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

München - Wegen Verdachts der Rechtsbeugung gingen bei der Staatsanwaltschaft München I drei Strafanzeigen ein, sagte Behördensprecher Manfred Wick. Eine Anzeige kommt von einer Anwältin aus dem hessischen Maintal.

Sie hält es für unglaublich, dass das Familiengericht innerhalb nur eines Monats alle Vorschriften für eine Scheidung eingehalten habe.

Ein Sprecher des Amtsgerichts wollte den Fall nicht kommentieren. Er wies aber darauf hin, dass in München rund ein Drittel aller Scheidungsverfahren binnen drei Monaten abgeschlossen wird.

Ex-Tennisstar und Multimillionär Boris Becker, 33, war am 15. Januar dieses Jahres von einem Münchner Familienrichter von seiner Frau Barbara, 34, geschieden worden. Nur einen Monat zuvor hatte Becker die Scheidungsklage in München eingereicht. Das deutsche Recht sieht bei Scheidung einer zerrütteten Ehe mindestens ein Jahr Trennung vor.

Becker hatte die Trennung von seiner Frau jedoch erst am 5. Dezember per Fax bekannt gegeben, allerdings später erklärt, beide seien schon das ganze Jahr 2000 in der gemeinsamen Villa in München-Bogenhausen getrennte Wege gegangen.