Karneval: Die Narren sind los
Narrenkappen und Konfettiregen Das große Schunkeln
Köln/Mainz - Am Rhein gab es seit elf Minuten nach elf Uhr kein Halten mehr: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Allein in der Kölner Altstadt schunkelten Zehntausende Narren in den Karneval, der diesmal unter dem Motto "social jeck - kunterbunt vernetzt" steht.
In der Altstadt hatte allerdings auch schon vor dem offiziellen Start kräftiges Bechern eingesetzt - Gläser waren dort verboten, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Trotz Regen war es in der Innenstadt so voll, dass die Polizei den zentralen Platz, den Heumarkt, zeitweilig abriegeln musste.
Die Ordnungshüter nahmen es gelassen: "Es herrscht eine schöne, ausgelassene Stimmung", sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei. Die Sessionseröffnung mit dem Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau in der Kölner Altstadt gilt seit Jahren als die bundesweit größte Karnevalsveranstaltung zum Beginn der Narrenzeit.
Anreise aus dem All
Unterdessen hatte der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) den Astronauten Alexander Gerst am Vorabend, Minuten nach dessen Landung auf deutschem Boden, daran erinnert, dass er passend zur Eröffnung der neuen Session aus dem All zurückgekehrt war: Der Politiker hielt ihm einen Gruß an das Karnevalsdreigestirn zum Unterschreiben hin.
Der 1. FC Köln lieferte den ultimativen Beweis dafür, dass Karneval doch mit Magie zu tun haben muss: Der Klub weist nach elf Spieltagen passenderweise ein Torverhältnis von elf zu elf auf. Die Profis erschienen kostümiert zum Training am Geißbockheim - mit roten Perücken und Ringelsocken sowie teilweise mit roter Pappnase.
In Düsseldorf stand pünktlich um 11.11 Uhr der Traditionsschelm Hoppeditz von den Toten auf - am vergangenen Aschermittwoch hatte man ihn erst zu Grabe getragen. In Mainz wurde das närrische Grundgesetz verlesen und die thüringische Faschingshochburg Wasungen hatte eine Narrentaufe und Freibier aus dem Narrenbrunnen zu bieten. In Unterfranken stürmten Faschingsklubs gar Rathäuser und übernahmen symbolisch die Macht.
Da müssen sich die rheinischen Narren noch etwas gedulden: Ihre Machtübernahme ist planmäßig erst für die Weiberfastnacht im Februar vorgesehen.