Belgien Polizei sucht Leichen auf Schlossgelände
Brüssel/Paris - In den französischen Ardennen haben Polizisten Fernsehberichten zufolge das Schloss Sautou durchsucht. Der mutmaßlich mehrfache Mörder Michel Fourniret hatte das 13 Hektar große Anwesen nach Verbüßung einer früheren Haftstrafe gekauft. Die Fahnder vermuten, dass der 62-Jährige die bis zu neun Opfer auf dem Gelände vergraben hat.
Der Förster wird im südbelgischen Dinant von belgischen und französischen Polizisten verhört. Der Staatsanwalt der Provinzhauptstadt Dinant, Cedric Visart de Bocarme, nannte Fourniret einen Serienmörder, der aus sexuellen Motiven gehandelt habe, berichteten belgische Medien.
Die französischen Justizbehörden teilten mit, der Mann habe zugegeben, sechs Mädchen entführt, vergewaltigt und getötet zu haben. Der Mann soll außerdem den Mord an zwei Erwachsenen gestanden haben, die er als Auftragskiller umgebracht habe. Aus Polizeikreisen verlautete, Fourniret habe die Ehefrau eines früheren Mitglieds der linksextremen französischen Terrorgruppe "Action directe" umgebracht. Die Tageszeitung "La Libre Belgique" berichtet, er habe an die "Kriegskasse" der Organisation herankommen wollen, um sich das Schloss zu kaufen. Er soll auch einen Autofahrer an einer Autobahnraststätte mit einem Jagdgewehr erschossen haben, "weil er Geld brauchte", sagte der Generalstaatsanwalt von Reims, Ives Charpenel.
Zunächst war von Seiten der belgischen Justiz von sechs getöteten Mädchen die Rede gewesen. Fournirets 55-jährige Frau beschuldigte ihren Mann dagegen des Mordes an bis zu neun Menschen. Sie muss ebenfalls mit einer Anklage rechnen.
Fourniret war vor knapp einem Jahr festgenommen worden. Damals hatte eine 14-Jährige aus seinem Auto fliehen können. Seine Frau entschloss sich jetzt nach eigenen Angaben, gegen ihren Mann auszusagen, weil die Ex-Frau des belgischen Kindermörders Marc Dutroux, Michelle Martin, wegen Mittäterschaft zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde. Der spektakuläre Prozess vor dem Schwurgericht in Arlon war vergangene Woche zu Ende gegangen. Dutroux wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
1983 war der 62-Jährige in Frankreich wegen Vergewaltigung eines Mädchens zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er kam aber schon nach zwei Jahren frei und ließ sich mit seiner Familie in Belgien nieder. Fourniret hat einen Sohn.