Benedikt XVI. Der neue Eilige Vater
Rom - Zum Abschluss wolle er am Ground Zero in New York für die Opfer des Anschlags vom 11. September 2001 beten und in einer Rede vor den Vereinten Nationen zur weltweiten Versöhnung aufrufen. Die Reise sei für Mai geplant, es sei aber noch nicht endgültig entschieden, berichtete die Turiner Zeitung "La Stampa" heute.
Bisher war aus dem Vatikan lediglich verlautet, Benedikt wolle im Mai den Wallfahrtsort Aparecida in Brasilien besuchen, um dort die Tagung der lateinamerikanischen Bischofskonferenz zu eröffnen. Da es sich aber möglicherweise um die einzige Amerikareise im Pontifikat des heute 79-Jährigen handeln könnte, werde ein größeres Programm ausgearbeitet. Dies ermögliche dann auch längere Ruhepausen, schreibt die Zeitung.
Weiter heißt es unter Berufung auf Vatikanquellen, der Abstecher nach Venezuela werde erwogen, weil die dortige Kirche Unterstützung gegen den linken Staatspräsidenten Hugo Chavez benötige. Einen Besuch in New York hatte bereits Papst Johannes Paul II. im Jahr 2002 geplant, dann aber aus politischen und aus gesundheitlichen Gründen verzichtet. Vor den Vereinten Nationen hatten bereits Johannes Paul II. (1995) und Papst Paul VI. (1965) gesprochen.
Benedikt XVI. empfing heute den britischen Premierminister Tony Blair und seine Frau Cherie zu einer Privataudienz. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurde zum Inhalt des Gesprächs vom Vatikan nichts mitgeteilt. Blair gehört der Anglikanischen Kirche an, während seine Frau Katholikin ist.
Am Londoner Amtssitz Blairs war die Begegnung in der Nacht angekündigt worden. Es werde um den Kampf gegen Extremismus und Terrorismus gehen, teilte ein Regierungssprecher mit. Blair interessiere sich für die Standpunkte des Papstes bei außenpolitischen Schlüsselthemen. Er wolle mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche vor allem über die Beziehungen zwischen den Konfessionen reden. So solle Thema sein, wie ein Dialog zwischen den Konfessionen am besten zur Konfliktlösung beitragen könne und wie die gemäßigten Stimmen innerhalb der Religionen gemeinsam gegen Extremismus und Terrorismus kämpfen könnten.
dab/dpa/AFP