Benefiz-Konzert Die Show der Giganten
New York/Los Angeles - Die berühmtesten US-Stars aus der Musik- und Film-Szene traten gleichzeitig in New York und Los Angeles auf die Bühne und erinnerten in Kurzgeschichten an heldenhafte Helfer und tragische Einzelschicksale während der Anschläge vergangene Woche. Die Gala fand an geheimen Orten statt aus Furcht vor neuen Anschlägen.
31 amerikanische TV-Kanäle und mehr als 8000 Radiosender übertrugen die Veranstaltung. Auch in Deutschland wurde die Show von den großen Fernsehsendern live übertragen. Schon bis kurz nach der Live-Sendung im Osten der USA seien 116 Millionen Dollar (244 Mio Mark) an Spenden eingegangen, sagte ein Teilnehmer. Drei Stunden später sollte die Show an der US-Westküste ausgestrahlt werden. Bis Samstag um 19Uhr New Yorker Zeit (Sonntag, 1Uhr MESZ) sollten die Telefonleitungen und Internet-Seiten für Spender offen bleiben.
"Meine Stadt liegt in Ruinen"
In einem Lichtermeer von Kerzen sang Bruce Springsteen sein neues Lied "Meine Stadt liegt in Ruinen" und "Komm, steh auf!". Zum ersten Mal nach ihren Nervenzusammenbrüchen trat auch die Sängerin Mariah Carey auf. Der an Parkinson erkrankte Ex-Boxer Muhammad Ali sprach nach langer Zeit wieder live in einer Sendung und rief dazu auf, nicht alle Moslems für Terroristen zu halten.
Hollywood-Stars nahmen während der Show per Telefon persönlich Spenden von Zuschauern entgegen. "Wir sind keine Heiler", sagte der Schauspieler Tom Hanks. "Wir sind keine Beschützer dieser großartigen Nation. Wir sind nur Künstler, Unterhalter, hier, um aufzumuntern und hoffentlich eine Menge Geld zu sammeln."
Unter den Stars des Abends waren auch Tom Cruise, Julia Roberts, Robert De Niro, Celine Dion, Jim Carrey, Stevie Wonder, George Clooney, Clint Eastwood, Bon Jovi, Paul Simon, Will Smith, Billy Joel, Robin Williams, Sting, Enrique Iglesias, Cameron Diaz, Neil Young, Al Pacino, Sylvester Stallone, Brad Pitt sowie die Gruppen Dixie Chicks und Goo Goo Dolls. Die Rock-Band U2 wurde von London aus live zugeschaltet.
Schauspieler aus der TV-Serie "NYPD Blue" traten auf und berichteten über die Rettungsaktionen der Polizisten nach den Anschlägen. Angehörige von Opfern erinnerten sich an das Leben ihrer Verwandten und zeigten Fotos.
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Der Pop-Star Michael Jackson reihte sich nicht in die Gäste der Sendung ein. Stattdessen hatte er Anfang der Woche einen neuen Song ankündigen lassen, mit dem er den Opfern der Terroranschläge helfen wolle. Die Single mit dem Titel "What More Can I Give?" (Was kann ich noch geben?) soll etwa 100 Millionen Mark einspielen. Mit einem ähnlichen Projekt half Jackson in der Vergangenheit Afrika. Der Song "We Are the World" (Wir sind die Welt) brachte knapp 125 Millionen Mark ein.
Der Ex-Beatle Paul McCartney, der am Tag der Katastrophe zufällig in New York landete, versprach ein eigenes Benefiz-Konzert für die Familien der Feuerwehrmänner, die bei ihrem Einsatz ums Leben kamen. Es soll nächsten Monat stattfinden. McCartney gab früher Platten unter dem Synonym "Fireman" (Feuerwehrmann) heraus.