Bergleute gerettet: Tränen der Erleichterung - DER SPIEGEL
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Bergleute gerettet Tränen der Erleichterung

Die Gesichter mit schwarzem Staub verschmiert, die Augen leer, zu müde, um zu lächeln - so traten die elf geretteten Bergleute nach sechs Tagen aus der Zeche, in der sie beinahe ums Leben gekommen waren. Zwei von ihnen mussten getragen werden, einer befindet sich in kritischem Zustand.
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Nowoschachtinsk - Fast eine Woche hatten die verschütteten Bergleute in etwa 700 Metern Tiefe ausgeharrt, ohne Licht, ohne Nahrung, zu Trinken hatten sie nur das Kondenswasser, dass sich an den Felsen sammelte. Bis zuletzt war unklar, ob die Bergleute den Einbruch eines unterirdischen Sees überlebt hatten, der am Donnerstag etliche Stollen rasant geflutet hatte. Lebenszeichen hatten die Experten nie empfangen, dennoch gaben sie die Hoffnung nicht auf.

In Rekordgeschwindigkeit gruben die Einsatzteams aus einem benachbarten Schacht einen 60 Meter langen Rettungsstollen, den "Tunnel der Hoffnung", bis sie um etwa 2 Uhr am Morgen endlich auf eine Spur der Vermissten stießen. An einer Wand stand eine Botschaft gekritzelt: "Wir sind in Richtung des Entlüftungsschachts gelaufen." Nach mehreren Stunden wurden 11 der 13 vermissten Männer dann lebend in dem kilometerlangen unterirdischen Labyrinth entdeckt. Sie lagen eng aneinander gedrängt auf dem felsigen Boden.

Einer der Kumpel konnte nur noch tot geborgen werden. Nach vorläufigen Erkenntnissen starb er bereits am Donnerstag, als eine Betonwand unter dem Druck des einströmenden Wassers brach. Der von den Wassermassen mitgerissene Arbeiter erlitt vermutlich einen Genickbruch. Der 13. Mann wird zur Stunde noch vermisst. Die Rettungstrupps suchen weiter nach ihm.

Die meisten der Geretteten verließen ihr dunkles Gefängnis aus eigener Kraft. Ihre Gesichter waren von schwarzem Staub überzogen, die Rettungskräfte hüllten sie in Decken ein. Beim Auftauchen der Männer brachen vor der Mine wartende Angehörige in Jubel aus, viele weinten und riefen die Namen der Geretteten. "Dafür, dass sie sechs Tage in einer Mine gefangen waren, sahen diese Männer ausgezeichnet aus", sagte einer der Rettungshelfer, Alexander Smetalin. Die Bergleute wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Laut Interfax war der Direktor der Mine, Wasili Awdejew, unter den Überlebenden.