Bergsteigen: Erste Besteigung des Jannu East gelungen - DER SPIEGEL
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Foto: Thibaut Marot / AFP

Besteigung des Jannu East Erster!

• aus SPIEGEL Chronik 1/2025

7468 Meter ist der Jannu East im Osten Nepals hoch. Er galt als einer der letzten großen unbestiegenen Gipfel im Himalaja und eines der bedeutenden Projekte für Spitzenbergsteiger. Bis jetzt: Benjamin Védrines, 33, und Nicolas Jean, 27, schaffen, woran sich Generationen von Elitealpinisten die Zähne ausgebissen haben. Erstmals erklettern sie die 2300 Meter hohe Nordwand des Gipfels im Alpinstil, also ohne Fixseile, Hochlager, Sauerstoffflaschen und Sherpa-Unterstützung.

Vier Tage lang kämpfen sie sich durch Eis und Schnee, bis sie den schmalen Ostgrat zum Gipfel erreichen. »Manchmal kann eine Besteigung ein Leben verändern«, schreibt Védrines, einer der derzeit stärksten Bergsteiger weltweit, auf Instagram. Die zweimonatige Expedition, die großen Durchhaltewillen und minutiöse Vorbereitung erfordert habe, sei eine Erfahrung »von seltener Intensität«. Zuvor hatten die Franzosen Ende September zur Akklimatisierung erstmals den Anidesh Chuli bestiegen – einen bis dato unerschlossenen Sechstausender im östlichen Himalaja, ebenfalls im Alpinstil. Gipfelstürmer Jean spricht von einem »wahr gewordenen Traum«.

Der Triumph war alles andere als einfach. Im Vorjahr sind die beiden gemeinsam mit dem Franzosen Léo Billon an derselben Wand gescheitert, nachdem Billon höhenkrank geworden war. Diesmal haben sie ihr Ziel erreicht.

Nicht alle in Nepal feiern den Erfolg. Der Berg, der von der lokalen Yakthung-Gemeinschaft auch Phaktanlung genannt wird, hat für diese eine tiefe kulturelle Bedeutung und gilt als heilig. 2024 hatten Vertreter der indigenen Bevölkerung Expeditionen dorthin explizit abgelehnt und staatliche Verbote gefordert, ohne Erfolg.

Dennoch haben Védrines und Jean Alpingeschichte geschrieben. In Nepal sind 462 Berge offiziell für Bergsteiger zugänglich, rund 100 von ihnen gelten bis heute als unbestiegen. Nun ist es einer weniger.

lph
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