Bergwerksunglück Lassing-Prozess beginnt
Weine - Der Leiter der Talkgrube in Lassing hatte nach einem Wassereinbruch, bei dem der Bergmann Georg Hainzl eingeschlossen wurde, zehn Bergleute in die Grube geschickt. Sie wurden durch einen neuen Einbruch von Schlamm und Wasser verschüttet und kamen ums Leben. Der von den österreichischen Behörden bereits aufgegebene Hainzl hatte sich in den Pausenraum der Grube retten können und war von einem deutschen Bohrteam gefunden worden.
Da Hainzl nach neun Tagen lebend aus der Grube geborgen werden konnte, sprach die Bevölkerung vom "Wunder von Lassing". Die zehn verschütteten Bergleute sind trotz zahlreicher Bohrungen immer noch nicht geortet worden. Es besteht Uneinigkeit, ob die Toten überhaupt aus der Grube geholt werden können. Die Wasser- und Schlammlawinen hatten das gesamte Bergwerk einstürzen lassen. Der so entstandene Krater hatte drei Wohnhäuser verschlungen. 16 weitere wurden beschädigt oder zerstört, Landes- und Gemeindestraßen brachen ein.
Die Anklage geht davon aus, dass Schmidt die zehn Kumpel nicht mehr in die Grube hätte schicken dürfen. Daneben wird den Beamten der Aufsichtsbehörde vorgeworfen, einen nicht genehmigten Talkabbau unterhalb des Deckengebirges nicht bemerkt und verhindert zu haben. Der Prozess ist auf drei Monate angesetzt. 89 Zeugen sollen gehört werden. Neben den Zeugenaussagen sollen zahlreiche sich widersprechende Gutachten die Klärung der Schuldfrage ermöglichen.