Berlin Acht Menschen sterben bei Wohnhausbrand
Berlin - Wie die Feuerwehr mitteilte, erlitten 43 Hausbewohner leichtere Rauchgasvergiftungen und wurden vor Ort von Notärzten behandelt. Der Brand in dem fünfstöckigen Altbau im Stadtteil Moabit brach der Polizei zufolge kurz nach 23 Uhr vermutlich im Erdgeschoss aus. Das Berliner Landeskriminalamt erklärte, die Ermittler hätten verkohlte Kinderwagen im Erdgeschoss des Altbaus in der Ufnaustraße 8 entdeckt. Diese seien vermutlich in Brand gesteckt worden.
Wie eine Polizeisprecherin sagte, lebten in dem Haus vor allem Menschen arabischer Herkunft sowie aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie hatten nach Ausbruch des Feuers in Panik versucht, über das Treppenhaus zu flüchten. Nach Darstellung der Feuerwehr wurde ihnen gerade dies zum Verhängnis. Wären sie in ihren Wohnungen geblieben, wären sie dort sicherer gewesen, erklärte Landesbranddirektor Albrecht Broemme dem Nachrichtensender N24. "Die Flucht in den Treppenraum war die Flucht in den Tod", so der Feuerwehrchef. Durch das Öffnen der Wohnungstüren habe sich das Feuer noch stärker entwickeln können. Zudem habe es offenbar Verständigungsschwierigkeiten mit den arabischstämmigen Bewohnern gegegeben, sagte Broemme.
Den Einsatzkräften gelang es trotzdem, den Brand nach wenigen Minuten unter Kontrolle zu bringen. Das brennende Gebäude sowie einige Nachbarhäuser wurden vorübergehend evakuiert, für die Bewohner Notquartiere bereitgestellt. Die Polizei brachte die Leichen zur Identifizierung und zur gerichtsmedizinischen Untersuchung ins Leichenschauhaus.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) schloss einen ausländerfeindlichen Hintergrund aus. "Es deutet nichts auf einen politischen oder kriminellen Anschlag hin", sagte Körting nach der Besichtigung des Brandortes. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zeigte sich tief betroffen und bekundete den Hinterbliebenen sein tiefes Mitgefühl.
Im Hinblick auf die Opferzahl sprach die Feuerwehr von dem zweitschwersten Brand in der Hauptstadt seit Ende des Zweiten Weltkrieges. An dem Großeinsatz der Rettungskräfte waren den Angaben zufolge rund 150 Feuerwehrleute, fünf Notarztfahrzeuge und ein Rettungshubschrauber beteiligt.