Über Instagram Berliner Polizei sucht für Beamten nach Flirt
"Er trug Uniform. Du hast ihm zum Abschied ein Lächeln geschenkt." Auf dem offiziellen Instagram-Account der Polizei Berlin wird seit gestern eine Frau gesucht, die am U-Bahnhof Hallesches Tor einen Beamten nach dem Weg gefragt hatte. Dabei hinterließ sie wohl bleibenden Eindruck: "Du gehst unserem Kollegen nicht mehr aus dem Kopf", heißt es in der Instagram-Story. Sie möge sich bitte über Direktnachricht bei der Polizei melden.
Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wird das Kontaktgesuch über den offiziellen Instagram-Kanal kritisch betrachtet. Einige empfinden den Aufruf der Polizei als übergriffig. Eine Nutzerin etwa schreibt, man solle die Frau in Ruhe lassen. Eine andere Nutzerin findet den Einsatz der Polizei in diesem Fall "gruselig".
Wie creepy ist es, wenn der offizielle Polizei-Account von @polizeiberlin nach einer Frau sucht, in die sich ein Kollege "verliebt" hat https://t.co/8PmMSpMSiw
— ClaudiaZettel (@ClaudiaZettel) January 22, 2019
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Andere diskutieren bereits darüber, was es bedeuten könne, wenn die Polizei - die auch Zugang zu sensiblen Daten der Bürger hat - ihre Ressourcen für private Zwecke nutze. Eine Nutzerin berichtete von einer Begegnung mit einem Polizisten, den sie auf dem Datingportal Tinder kennengelernt habe, und der im Polizeidatensystem nach Informationen über sie gesucht habe.
Bei mir hat ein Polizist, mit dem ich auf tinder angebandelt hatte, mir ganz fröhlich erzählt, dass ich ja noch nie mit der Polizei in Konflikt geraten bin, hätte er gar nix im System gefunden. Und war erstaunt, dass ich ihn dafür zur Sau gemacht hab.
— Guido Fürchtegott Maren Kretschmer (@datmaren) January 22, 2019
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Die Berliner Polizei steht hingegen hinter ihrer Suchaktion. "Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Anfrage unseres Kollegen zu veröffentlichen", sagt Jörn Iffländer vom Social-Media-Team der Polizei. Andersherum passiere es ständig, dass Bürgerinnen und Bürger sich an die Abteilung der Öffentlichkeitsarbeit wenden würden, um Polizeibeamte ausfindig zu machen, die sie zufällig getroffen hätten und von denen sie nur die Rückennummer oder den Dienstgrad kennen würden. Auch in solchen Fällen würden die Beamten weiterhelfen. "Wir sehen es auch als unsere Aufgabe, hier zu vermitteln," so Iffländer.
Nur wenn die betroffenen Personen einverstanden seien, werde ein Kontakt hergestellt. Es sei das erste Mal gewesen, dass die sozialen Medien genutzt worden seien, um die Suche eines Beamten zu unterstützen.
Den Vorwurf, die Polizei könne sich ihre Zugänge zu sensiblen Daten zunutze machen, nennt Iffländer "absoluten Quatsch". "Wir bedienen die Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit, kein anderes Mittel." Die Unterstellung, es würde sich um Stalking handeln, sei faktisch falsch. "Wenn sich jemand meldet - schön. Ansonsten ist die Story innerhalb von 24 Stunden auch wieder verschwunden."
Auf Instagram selbst bekomme die Polizei viel Zuspruch für die Suchaktion, sagt Iffländer, und auch viele Kommentare. Ob darunter auch die gesuchte Frau sei, habe noch nicht verifiziert werden können.