Berlin Über 30 Verletzte bei S-Bahn-Unglück
Berlin - Ein S-Bahnzug der Linie S 2 war um 10.25 Uhr an einer gesperrten Stelle auf einen dort stehenden Gleismesswagen der Deutschen Bahn aufgefahren. Zwei Passagiere im Alter von 25 und 30 Jahren seien bei dem Aufprall "sehr ernst, aber nicht lebensbedrohlich verletzt worden", sagte ein Polizeisprecher. Sie kamen ebenso wie einige Leichtverletzte ins Krankenhaus. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte, es gebe keine Hinweise auf einen möglichen Anschlag. Der Fern- und Regionalverkehr lief ungestört weiter.
Die genaue Unfallursache ist noch unklar, ebenso die Geschwindigkeit des Zuges beim Aufprall. In dem Zug, der nach Angaben von Polizei und Feuerwehr aus Richtung Teltow-Stadt nach Hennigsdorf unterwegs war, waren laut Feuerwehr etwa 100 Fahrgäste. Unter den Verletzten ist auch der Zugführer. Die meisten Verletzten erlitten Platzwunden und Prellungen. Ein Feuerwehrsprecher sagte: "Wir haben Glück im Unglück gehabt."
In den S-Bahn-Waggons bot sich ein Bild der Verwüstung. Fast alle Sitze und der Boden waren übersät mit Glassplittern. Besonders die Trennscheiben an den Eingängen der Waggons wurden zertrümmert. Polizei und Feuerwehr waren mit rund 130 Einsatzkräfte am Unglücksort. Nach etwa 90 Minuten waren alle verletzten Fahrgäste versorgt oder in Krankenhäusern. Nach Angaben der Feuerwehr konnten die Rettungskräfte schnell eingreifen. Auf dem großen Vorplatz am Bahnhof Südkreuz hätten "günstige Bedingungen eine zügige Rettung und Versorgung erlaubt", sagte ein Sprecher.
Der Bahnhof Südkreuz, früher der S-Bahnhof Papestraße, war in mehreren Ebenen zum wichtigsten Bahnkreuz in Berlin nach dem Hauptbahnhof ausgebaut worden. Täglich passieren bis zu 1200 Züge den Bahnhof, die Zahl der täglichen Besucher liegt bei bis zu 200.000.
Größere Unglücke sind im Öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt eine Seltenheit. In den vergangenen Jahren kam es jedoch zu mehreren Beinahe-Unglücken, zumeist waren es Brände in den Tunneln von S- und U-Bahn. Die Berliner S-Bahn hat eine Streckenlänge von mehr als 330 Kilometern. Die Tochterfirma der Bahn befördert im Jahr mehr als 350 Millionen Passagiere.
jaf/dpa/ddp/AP