Berlin WM-Beauftragter Kießling gestorben
Berlin - Jürgen Kießling ist nach Angaben einer Sprecherin heute Nachmittag im Berliner Klinikum Charité gestorben. Kießling hatte sich am Sonntag nach dem WM-Finale im Garten seines Hauses in Reinickendorf in den Kopf geschossen und dabei lebensgefährlich verletzt.
Die Motive für die Verzweiflungstat liegen noch im Dunkeln. Nach Angaben der Polizei hinterließ Kießling zwei Abschiedsbriefe, über deren Inhalt die Beamten bislang schweigen.
Der Berliner "Tagesspiegel" spekulierte, dass der Beamte aus der Senatssportverwaltung existentielle Sorgen um seine finanzielle Zukunft und die seiner 15-jährigen Tochter. Der Abteilungsleiter soll eine hohe finanzielle Verpflichtung im Familienkreis gehabt haben. Diese wäre mit seinem 65. Lebensjahr und dem Eintritt in den Ruhestand fällig geworden, schreibt das Blatt. Dagegen hatte die "Berliner Zeitung" von Problemen im "politischen Bereich" berichtet.
Nach den Worten von Bildungssenator Klaus Böger sind die Mitarbeiter Kießlings und er selbst "zutiefst bestürzt und sehr traurig". Für Kießling sei die Weltmeisterschaft der berufliche Höhepunkt gewesen. Mit seinem herausragenden Engagement als Koordinator aller WM-Städte und Berlins habe er entscheidenden Anteil am großen Erfolg des Fußballereignisses.
Aber auch nach der WM hätten Kießling laut Böger alle Türen offen gestanden. "Ich habe schon vor einigen Monaten seinem Wunsch gerne zugestimmt, dass er nicht in den Ruhestand geht, sondern weiterhin als Leitender Senatsrat die Sportabteilung der Senatsverwaltung führt", sagte der Senator. Kießling hat nach Bögers Auffassung seine "beruflichen Ziele eindrucksvoll erreicht". Was nun geschehen sei, sei eine "unfassbare Tragödie".
ffr/ddp/dpa