Berliner Affe Rieke zieht nach England - DER SPIEGEL
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Affenbaby bekommt neue Heimat: Rieke zieht um

Foto: Monkey World ø Ape Rescue Centre/ picture alliance / dpa

Affenbaby zieht von Berlin nach England Machet jut, Rieke!

Das Berliner Affenbaby Rieke macht sich auf den Weg in ein neues Zuhause. Ziel: das Auffangzentrum Monkey World in England. Wird Rieke dort eine neue Mutter finden?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dorset - Die Kartons sind gepackt, der Umzugswagen auf dem Weg. Das Orang-Utan-Baby Rieke, am 12. Januar im Berliner Zoo geboren, bekommt ein neues Zuhause. Weil das Affenmädchen nach der Geburt von ihrer Mutter verstoßen wurde, muss es umziehen - und zwar nach England. In der neuen Heimat Wool in der Grafschaft Dorset wartet Alison Cronin schon auf Riekes Ankunft.

Cronin kümmert sich seit über 20 Jahren in der Monkey World in Wool um zurückgelassene, vernachlässigte und misshandelte Affen. Die Monkey World ist das weltweit anerkannteste und größte Rettungszentrum dieser Art. Cronin hat es an der südenglischen Kanalküste gemeinsam mit ihrem Mann gegründet. Die Monkey World ist inzwischen eine Attraktion in der Urlaubsregion Südenglands - vor allem Familien mit Kindern zieht es in den Erlebnispark. Dort leben auf 25 Hektar Gelände mehr als 250 Affen unterschiedlicher Gattungen.

In der Ferne wartet ein Freund

Auf der 1300 Kilometer langen Reise nach Wool wird Rieke von einem Tierarzt und einem Tierpfleger begleitet. Die große Hoffnung ist, dass vor allem einer der Bewohner sie besonders herzlich in Empfang nimmt: Seit kurz vor Weihnachten lebt in Dorset der kleiner Sumatra-Orang-Utan Bula Mata, selbst erst fünf Monate alt. "Wir freuen uns, dass Rieke in Monkey World nicht nur ein neues Zuhause unter Artgenossen, sondern auch einen Spielkameraden in ihrem Alter bekommt", sagt Tierpfleger Christian Aust.

Die Mutter von Bula Mata war im Zoo von Budapest nur eine Woche nach der Geburt gestorben. Die Pfleger in Berlin wie in Dorset wünschen sich, dass er und Rieke schnell Freunde werden und wie Geschwister aufwachsen können. Der kleine Bula Mata wurde von einer der Orang-Utan-Damen im Park versorgt.

Doch was, wenn auch die Ersatzmutter Rieke ablehnt, sich nicht um sie kümmern will? Auch für diesen Fall sind die Engländer gerüstet: Die Pfleger tragen spezielle Mäntel, die dem Fell der Affen nachempfunden sind. So sollen sich die Kleinen geborgener fühlen, etwa wenn sie mit der Nuckelflasche gefüttert und mit Windeln für neugeborene Menschenbabys gewickelt werden. Oder wenn sie die kleinen Äffchen einfach nur umhertragen. Das machen echte Orang-Utan-Mamas in der Natur auch - sieben Jahre lang.

nil/dpa