Knut ist tot: Ein Eisbärleben in Bildern
Berliner Eisbär Knut starb an Hirnerkrankung
Berlin - Bei dem unerwartet gestorbenen Eisbären Knut sind während der Sektion "deutliche Veränderungen des Gehirns" festgestellt worden. Diese können als "Grund für den plötzlichen Tod" von Knut angesehen werden, sagte eine Sprecherin des Berliner Zoos am Dienstag. Andere Organveränderungen seien von den Pathologen nicht festgestellt worden.
Die weiteren Untersuchungen, darunter bakteriologische und histologische, könnten sich laut der Sprecherin aber noch mehrere Tage hinziehen. Der tote Eisbär war im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung obduziert worden.
Der Eisbär war im Alter von vier Jahren am Samstag plötzlich verendet. Zahlreiche Besucher hatten den Tod miterlebt. Auf einem Video, das die letzten Lebensminuten von Knut zeigen soll, ist zu sehen, wie sich ein Eisbär mehrfach im Kreis dreht und anschließend unkontrolliert ins Wasser stürzt. Dort bewegt er sich noch kurz mit dem Kopf unter Wasser, dann steigen Luftblasen auf, und das Tier treibt bewegungslos an der Wasseroberfläche.
Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz hatte Vorwürfe von Tierschützern wegen nicht artgerechter Haltung zurückgewiesen. Knut sei nicht in einer Stresssituation gestorben, so Blaszkiewitz.
Trauernde hatten im Internet schwere Vorwürfe gegen die Zooleitung erhoben. Diese habe Knut mit drei Bärendamen in ein Gehege gesperrt, die ihn gemobbt hätten. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, sagte, der Zoo habe Knut "aus Zuchtehrgeiz" gemeinsam mit seinen Artgenossinnen untergebracht. Für Eisbären, die eigentlich Einzelgänger seien, sei dies "purer Stress". Der Tierschutzbund forderte, auf die Eisbärenhaltung in Zoos künftig zu verzichten.
Künftig soll ein Denkmal im Berliner Zoo an Knut erinnern. Die Skulptur solle in engem Einvernehmen mit der Geschäftsführung entwickelt werden, sagte Thomas Ziolko, Vorsitzender der Freunde des Hauptstadtzoos. "Knut wird in den Herzen vieler Besucher weiterleben, dennoch gilt es mit dem Denkmal etwas Bleibendes für kommende Generationen zu schaffen, damit die Einzigartigkeit dieser Tierpersönlichkeit erhalten bleibt", sagte er.
Zudem müsse ein geeigneter Standort für ein Knut angemessenes Denkmal gefunden werden. Das Projekt soll aus Spenden finanziert werden. Zoo-Direktor Blaszkiewitz hatte am Montag gesagt, er denke an eine Skulptur am Eisbärengehege, die Knut als Tierbaby zeige.