Berufliche Konsequenzen: "Die Akte wird schon bald geschlossen" - DER SPIEGEL
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Berufliche Konsequenzen "Die Akte wird schon bald geschlossen"

Nach seinem öffentlichen Canossa-Gang und dem Anerkennen eines Strafbefehls ist die berufliche Zukunft des TV-Moderators ungewiss. Als Anwalt drohen ihm wohl keine Sanktionen, doch seinen TV-Posten will er aufgeben.
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Frankfurt/Berlin - Berufliche Konsequenzen wird die Kokain-Affäre für den Anwalt Friedman vermutlich kaum haben. Die Vereinigung der Rechtsbeistände prüft, ob Friedman wegen des rechtskräftigen Urteils gegen ihn auch von der Standesorganisation Sanktionen drohen. Dies müsste ein so genanntes Ehrengericht der Kammer entscheiden. Möglich wäre eine Geldstrafe bis hin zum Entzug der Anwaltszulassung.

Der Präsident der Frankfurter Anwaltskammer, Johann Günter Knopp gab sich am Dienstag aber überzeugt, dass es sich bei den Verfehlungen Friedmans eher um eine "private Angelegenheit" handele. "Alles, was ich bisher gelesen habe, deutet auf keinen Zusammenhang mit dem Beruf des Anwalts hin", sagte Knopp SPIEGEL ONLINE auf Anfrage.

Der 47-Jährige betreibt in der Frankfurter Jahnstraße eine Kanzlei, in der bei der Razzia der Staatsanwaltschaft Berlin auch Hinweise auf den Kokain-Konsum des Juristen gefunden worden waren. Voraussetzung für ein Verfahren innerhalb der Anwaltskammer sei ein "berufsrechtlicher Überhang" einer Tat zum Beruf als Anwalt, so Knopp. Der Präsident kündigte an, die Akte nochmals genau zu lesen. "Es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass ich sie schnell wieder schließen werde", so Knopp am Dienstag nach Friedmans erstem öffentlichen Auftritt.

Friedmans Intendant will erst mal reden

In Berlin wurde der Fall ähnlich gesehen. Der Strafbefehl hat nach Angaben des Geschäftsführers der Bundesrechtsanwaltskammer, Frank Johnigk, vermutlich keine beruflichen Konsequenzen für Friedman. Der zuständige Generalstaatsanwalt werde den Fall routinemäßig prüfen. Da es sich aber um eine "private Verfehlung" handele, die nicht im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehe, werde es wahrscheinlich nicht zu Sanktionen kommen.

Bei Friedmans TV-Arbeitgeber hielt man sich am Dienstag mit endgültigen Einschätzungen zurück. Erst nach einem vertraulichen Gespräch wolle der Hessische Rundfunk entscheiden, ob mit Michel Friedman als Moderator weiterhin in der ARD und im Dritten Programm auftreten wird, hieß es. "Friedman hat sich zum Drogenmissbrauch bekannt und muss nun damit fertig werden, vorbestraft zu sein", sagte HR-Intendant Helmut Reitze. Friedman hatte zuletzt die ARD-Sendung "Friedman" sowie im Hessischen Fernsehen "Vorsicht! Friedman" moderiert. Am Tag der Razzia in seinem Büro und seiner Wohnung lieferte er seine vorerst letzte Sendung ab.

Zeitnahes Gespräch

Intendant Reitze betonte, Friedman wolle sein Leben neu ordnen und brauche dafür Ruhe, Distanz und Zeit zum Nachdenken. Mit Blick auf die TV-Arbeit des Moderators sei von Anfang an gesagt worden, dass zuerst das juristische Verfahren abgeschlossen sein müsse. "Das ist jetzt geschehen. Und ich habe auch gesagt, Michel Friedman müsse sich selbst zu dem Vorgang äußern. Das ist heute erst zum Teil geschehen", sagte der Intendant.

Aus diesem Grund sei nun zeitnah ein vertrauliches Gespräch mit dem Moderator verabredet worden. "Dabei wollen wir ausführlich über alles reden, was mit einer möglichen weiteren Rolle als Moderator im Fernsehen zusammenhängt", so der Fernsehchef.

Am Dienstagnachmittag wurde das Ergebnis des Gesprächs bereits bekannt: Friedman sagte dem Intendanten, dass er die nach ihm benannte Show aufgebe, da er sich weniger zumuten wolle. Über die Fortsetzung von Friedmans Sendung im Hessen-Fernsehen (HR) werde im Herbst entschieden.