Bestätigung Levke-Mörder gesteht Mithäftling sechs weitere Morde
Bremerhaven - Der 31 Jahre alte Marc Hoffmann aus Bremerhaven habe einem Mithäftling im Stader Gefängnis von den weiteren Opfern erzählt, sagte ein Polizeisprecher heute. Bei den mutmaßlichen Opfern handele es sich um Kinder und Erwachsene. Den Angaben zufolge soll Hoffmann außer Felix und Levke zwei Kinder aus Ostdeutschland, zwei Anhalterinnen und zwei ältere Frauen umgebracht haben.
Zu den einzelnen Fällen wollte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen. Ein Hinweis auf eine möglicherweise in einem Wald in Bremerhaven versteckte Leiche sei aber von dem Mitgefangenen gekommen.
Hoffmann habe dem Mitgefangenen bereits im Dezember 2004 von den weiteren Morden erzählt, sagte der Polizeisprecher. Gegenüber dem Mithäftling habe Hoffmann detailliertere Angaben über die einzelnen Morde sowie darüber gemacht, wo er seine Opfer versteckt haben wollte. Die Sonderkommission Levke sei mit diesem Wissen bislang nicht an die Öffentlichkeit gegangen, weil zunächst unklar gewesen sei, ob Hoffmann oder der andere Gefangene tatsächlich die Wahrheit gesagt hätten, so die Polizei. Im Hintergrund habe die Soko intensiv versucht, die Aussagen zu erhärten.
Auf Grund der Aussage des Mithäftlings habe die Polizei die groß angelegte Suchaktion am Stadtrand von Bremerhaven gestartet, die morgen fortgesetzt werden soll, sagte ein Polizeisprecher. Zwei Hundertschaften hatten seit gestern zunächst ohne Ergebnis mit Leichenspürhunden, Schaufeln und Baggern ein 13 Hektar großes unbebautes, zum Teil aus Waldflächen bestehendes Areal am Stadtrand von Bremerhaven durchsucht. Bei der Suche war außerdem ein Hubschrauber im Einsatz.
Marc Hoffmann - selbst Vater von zwei Kindern - war im Dezember festgenommen worden. Er hat gestanden, die achtjährige Levke im Mai 2004 entführt und getötet zu haben. Einige Monate später war ihre Leiche im nordrhein-westfälischen Attendorn gefunden worden. In einem Gespräch mit seinem Rechtsanwalt räumte Hoffmann im Januar ein, fünf Monate nach dem Mord an Levke auch den kleinen Felix getötet zu haben. Hoffmann gab an, den Jungen im Oktober in der Geeste bei Schiffdorf-Bramel im Kreis Cuxhaven "versenkt" zu haben. Bereits damals ging die Polizei davon aus, dass Hoffmann weitere Kinder ermordet haben könnte.