Betrug bei "Wer wird Millionär?" RTL schaltet Anwälte ein
Köln - Der Kölner Privatsender RTL prüft jetzt rechtliche Schritte gegen Reinhold S., wie RTL-Sprecher Christian Körner mitteilte.
S., der aus dem Kreis Rosenheim in Bayern stammt, hatte sich nach RTL-Angaben bereits im Jahr 2003 unter dem Namen Luis M. in der Show vorgestellt und 500 Euro gewonnen. Beim zweiten Mal, am 10. April 2006, kam er auf 64.000 Euro. RTL will den Gewinn nicht auszahlen.
Der Mann hatte bei seinem ersten Auftritt in der Sendung einen Harry Müller als Telefon-Joker angegeben und eine Edda Schwarte als Begleitperson - bei der zweiten Teilnahme war das umgekehrt. Das angegebene Alter variierte zwischen 38 und 39 Jahren. Aufgeflogen sei der ganze Vorgang durch einen Zuschauer. Auf Bildern aus den beiden betreffenden Shows ist eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen Luis M. und Reinhold S. festzustellen.
"Die eigentlich Benachteiligten sind die neun anderen Kandidaten, die es nicht ins Spiel geschafft haben", hatte Moderator Jauch bereits am Sonntag gesagt. "Daher erhalten sie von uns eine neue Chance und dürfen baldmöglichst noch einmal antreten." Sie sollen nun im Mai noch einmal in die Show geladen werden.
Eine zweifache Teilnahme wird in der "Mitwirkungsvereinbarung", die jeder Kandidat unterschreiben muss, untersagt. Die Produktionsfirma Endemol will laut RTL künftig stärker auf die Einhaltung des Regelwerks achten.
jto/dpa