"Big Brother" II: Das sind die Bewohner - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

"Big Brother" II Das sind die Bewohner

Kurz vor Beginn der zweiten Staffel der Spanner-Show kurbelt RTL den Hype um "Big Brother" schon mal deutlich an. Drei Tage vor dem Einzug in den Container sickerten Infos über und Fotos von den zwölf Insassen an die Presse durch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In letzter Minute entschieden sich die TV-Sender RTL und RTL II sowie das Produktionsunternehmen Endemol, in der zweiten Staffel der Fernsehshow "Big Brother" zwölf Bewohner für 106 Tage in den Wohncontainer in Hürth einziehen zu lassen - zwei mehr als in der ersten Staffel. Sechs Frauen und sechs Männer werden nun ins "Big Brother"-Haus einziehen.

Einen Namen hatte der "Kölner Express" schon am Dienstag verraten. Die "Big Brother"-Macher wollten dann nicht länger mit den übrigen Namen hinterm Berg halten. Es sind:

Marion, 28, Friseurin aus Neu-Ulm
Alida-Nadine, 23, Jura-Studentin aus Sachsen
Stefanie, 33, Ärztin aus Köln
Hanka, 31, Unternehmerin aus Dresden
Ebru, 23, Auszubildende aus Mülheim
Daniela, 31, Versicherungskauffrau aus Nürnberg
Jörg, 31, Multimediadesigner aus Dresden
Christian, 28, Barkeeper aus Herne
Walter, 23, Medizinstudent aus Kärnten
Karim, 28, Selbstständiger aus Frankfurt/Main
Harry, 40, Kfz-Mechaniker aus Flensburg
Frank, 27, Betriebswirt aus Luxemburg

Zigaretten werden rationiert

Die Regeln werden für die zwölf härter: 29 Kameras beobachten sie, selbst im Kühlschrank ist eine versteckt. Die Lebensmittelgrundversorgung entfällt, dafür steigt der Pro-Kopf-Etat von vier auf sechs Mark pro Tag. Wer duschen will, muss eine Mark entrichten, die Herdbenutzung kostet 50 Pfennige. Neu ist die Benutzung eines Badezubers mit Feuerholz. Statt zehn Schachteln Zigaretten dürfen nur fünf in den Container mitgenommen werden sowie maximal drei Dosen Bier oder eine Flasche Wein. Die Siegprämie bleibt: Wer nach 106 Tagen von den Zuschauern als Sieger gekürt wird, gewinnt 250.000 Mark. Das TV-Spektakel soll den Sendern noch höhere Werbeumsätze bescheren als beim ersten Mal.

Die Kritiker der Show sind inzwischen fast verstummt. Noch zu Beginn der ersten Staffel der aus Holland stammenden Sendung hatten die Landesmedienanstalten versucht, "Big Brother" wegen Verstoßes gegen die Menschenwürde abzusetzen. "Verschiedene Gutachten haben erwiesen, dass die Menschenwürde nicht gefährdet wird", sagt Annette Schriefers von der für RTL II zuständigen Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR). "Dennoch werden wir Sendung für Sendung beobachten." Den Kandidaten werde auch diesmal eine «Freistunde» pro Tag gewährt, so dass sie sich bei Bedarf der totalen Kameraüberwachung entziehen können.

Ob die zweite Staffel ähnlich hohes Aufsehen erregen wird wie die erste, ist nach Ansicht der Experten fraglich. "Alle Nachfolgesendungen der viel diskutierten ersten Staffel werden es schwer haben", sagt der Kommunikationswissenschaftler Jo Reichertz von der Universität Essen. "Auch die Kandidaten werden ganz anders auftreten. Sie haben bestimmt nicht mehr die gewisse Natürlichkeit der ersten Generation, sie spielen ihre Rolle viel sicherer." Ob es zu schwerwiegenden Streits kommt? "Fast alle sind harmoniesüchtig", sagt Reicherts. "Selbst nach heftigen Diskussionen brauchen sie das Zusammengehörigkeitsgefühl."

Werbespot kostet mehr als 80.000 Mark

Die Sender und Produzenten wittern indes ein noch größeres Geschäft als beim ersten Mal. RTL II setzte allein bei der ersten Staffel 55 Millionen Mark Werbegelder um. Zur zweiten Staffel klinkte sich der große Bruder RTL ein, um die Sahnehäubchen zu erobern. RTL überträgt die samstäglichen Entscheidungsshows und verlangt für einen 30-sekündigen Werbespot mehr als 80.000 Mark. Der Produzent Endemol, inzwischen auch in England, Spanien, in den USA und neuerdings auch in Italien mit "Big Brother" vertreten, hofft auf hohe Umsätze mit "BB"-Artikeln und Liedern der Kandidaten, vor allem übers Internet. Der Bauer Verlag erhofft sich vom Verkauf der Fan-Zeitschrift gleichfalls einen ordentlichen Erlös.

Mehr lesen über