"Big Diet" Zuschauer strafen Schreinemakers ab
Hamburg - Das Comeback von Margarethe Schreinemakers nach mehr als drei Jahren Bildschirmpause fiel mager aus: Die Auftaktsendung ihrer neuen Show "Big Diet" verfolgten am Sonntagabend bei RTL II nach Angaben der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg lediglich 1,27 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 4,1 Prozent). Ausgerechnet der "große Bruder" RTL dämpfte die Hoffnungen des kleinen Senders auf einen guten Start. RTL zog mit seiner US-Komödie "Dr. Dolittle", die 8,38 Millionen Menschen (26,3 Prozent) sahen, viele Zuschauer von RTL II ab. Auch das ARD-"Stahlnetz" (6,3 Millionen, 20,3 Prozent) und der ZDF-Film "Der Club der grünen Witwen" (3,44 Millionen, 11,1 Prozent) schnitten besser ab.
Die Reaktionen der Zuschauer auf Moderatorin Schreinemakers, die bis Ende 1997 mit ihrer Personality-Talkshow in Diensten von RTL stand, fiel recht hart aus. Im Gästebuch der "Big Diet"- Internetseite, die seit Sonntagabend nach Angaben der Firma RTL New Media rund 45.000 Seitenabrufe verzeichnete, beklagte ein Zuschauer, dass einem "bei der Moderatorin auch ohne Diät der Hunger" vergehe. Ein anderer schrieb, es sei eine "fürchterliche Idee" gewesen, Schreinemakers "aus der Versenkung" zu holen. Sie sei der "Grund für eine abzusehende Pleite" der Sendung, meinte ein weiterer Zuschauer.
Die Sendung hatte schon vor dem Start eine lebhafte Vorgeschichte hinter sich: Sat.1 hatte zu Beginn dieses Jahres auf eine geplante Ausstrahlung verzichtet, weil der Sender Probleme mit werbetreibenden Nahrungsmittelherstellern bekam. RTL II griff nach der Sat.1-Absage an den TV-Produzenten Endemol zu und wählte Kandidaten für die Show aus, die zwar übergewichtig waren, aber in den Augen der RTL-II-Werbekunden nicht zu dick. So konnte die IP Deutschland, die für den Sender die Werbezeiten verkauft, mit einem Käsehersteller einen Hauptsponsor gewinnen und auch einen Getränke-, Reis- und einen Eiscremeproduzenten mit Werbespots an Land ziehen.