Big-Wave-Surfer vor Hawaii seit Mittwoch vermisst - DER SPIEGEL
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Verunglückter Surfer: "Eine Weste hätte ihm das Leben gerettet"

Foto: Passmore Family

Vor Hawaii verunglückter Surfer Nachruf auf einen Vermissten

Die Big-Wave-Surferin Maya Gabeira entging vor kurzem nur knapp dem Tod, als sie auf einer riesigen Welle stürzte. Ein Surfer hatte auf Hawaii nun offenbar weniger Glück, er wird seit Mittwoch vermisst. Manche sagen, er habe einen einfachen Fehler gemacht.
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Honolulu - Kirk Passmore wurde zuletzt am Mittwochvormittag gesehen, seither ist er verschwunden, kein Lebenszeichen, keine Leiche. Und keine Hoffnung. Seine Familie veröffentlichte ein Schreiben , darin dankt sie den Helfern und Rettungskräften für ihre weiterhin laufende Suche, schreibt aber auch von seiner Mutter, seinem Vater und weiteren Angehörigen, die er hinterlassen habe. Es ist überschrieben mit "Kirk Passmore. February 11, 1981 to November 13, 2013".

Die Hoffnungslosigkeit der Familie ist nachvollziehbar. Kirk Passmore, 32, war am Mittwoch vor Hawaii in die Wellen gegangen. Am Alligator Rock in Haleiwa, einem Ort von rund 4000 Einwohnern im Norden von Hawaii, fiel Passmore laut Augenzeugen von seinem Surfboard. Er ritt auf einer rund sechs Meter hohen Welle, als eine weitere Woge ihn traf. Sein beschädigtes Board wurde später am Strand gefunden.

Passmore, der Miteigner eines Surfshops und Geschäftsführer eines Sushi-Restaurants war, kam nach Angaben seiner Familie im Alter von 14 Jahren nach Hawaii, er war ein so leidenschaftlicher wie erfahrener Surfer. "Er war auch schon länger ein Big-Wave-Surfer, er hatte an den meisten der bekannten Big-Wave-Spots gesurft."

Der Unfall geschah wenige Wochen, nachdem ein anderes Unglück die Gefahren des Big-Wave-Surfens deutlich gemacht hatte. Ende Oktober war die brasilianische Surferin Maya Gabeira vor dem portugiesischen Nazaré gestürzt, sie musste am Strand wiederbelebt werden. An dem Tag herrschten extreme Bedingungen, die Wellen türmten sich haushoch. Danach hatte Surflegende Laird Hamilton moniert, Gabeira habe nicht die Fähigkeiten, um unter derartig heftigen Bedingungen zu fahren.

Und auch im Fall Passmore stellt sich die Frage, ob er ein unnötiges Risiko eingegangen ist: Manche Surfer vor Ort fragten sich nach Angaben des Senders, warum Passmore keine Rettungsweste trug.

Dem Big-Wave-Surfer wurde offenbar eine vergleichsweise niedrige Welle zum Verhängnis. Jamie Sterling, ein Surfer und Augenzeuge des Unfalls von Passmore, sagte dem TV-Sender KHNL : "Seine Füße ragten aus dem Wasser, wir glauben, sein Trommelfell ist gerissen, denn dann verliert man seinen Gleichgewichtssinn."

Die Küstenwache suchte mit Jetskis und Helikoptern nach Passmore, ohne Erfolg. Als Passmore ins Wasser ging, galt laut CNN eine hohe Warnstufe an der Nordküste von Hawaii. Die Wellen seien bis zu elf Meter hoch gewesen. Chris Owens, der nach Passmore gesucht hatte, sagte KHNL: "Es hätte ihm das Leben gerettet, hätte er eine Weste getragen. Jeder trägt heutzutage Rettungswesten."

Paddle-Boarder Jamie Mitchell verwies ebenfalls auf die Westen, die doch jeder Big-Wave-Boarder trage, brachte dann aber den Fatalismus auf den Punkt, den wohl viele Surfer in sich tragen: "Ich glaube, der Fall zeigt einfach, dass so etwas jedem jederzeit passieren kann."

bim