Bild des Tages Protest-Flitzer im Büro
Nackte Menschen sind nicht immer gern gesehen. Besonders dann nicht, wenn mit ihnen für ein Produkt geworben wird, wie es jüngst die "Bild"-Zeitung in einer provokanten Serie tat: dürftigst bekleidete Frauen, die mit schlüpfrigen Sprüchen "Neue Geschichten aus dem Bettkästchen" anpriesen und so zum Kauf des Blattes animieren sollten. Der Proteststurm ließ nicht lang auf sich warten: Mancherorts wurden Spruchbänder über die Reklametafeln geklebt: sexistisch und gewaltverherrlichend, lautete der Vorwurf. In einigen Städten Baden-Württembergs wurden die Plakate sogar abgehängt.
Im kühlen Norden, in der Hansestadt Bremen, starteten empörte Männer am Dienstag eine Aktion der besonderen Art: Sie ließen Schlips und Kragen fallen - und auch die Hosen. Bei den Flitzern im Büro handelt es sich dabei nicht um irgendwelche dahergelaufenen Nackedeis. Die Herren sind Mitarbeiter der Frauenbeauftragten Karin Röpke - und drücken so ihre Solidarität mit ihrer Chefin aus, die die "Bild"-Plakate als "entwürdigende Darstellung von Frauen" kritisiert hatte. Das Motto der Übung: "Zu viele nackte Frauen in der Werbung - Es geht auch ohne Bild".