Bilder der Flutkatastrophe Europa, eine Seenlandschaft
Eimerweise schöpfen Anwohner Wasser aus ihren überfluteten Häusern in der Passauer Altstadt
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In der Dresdner Innenstadt ging am Mittwoch gar nichts mehr
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Der Dresdner Junge schaufelt sich mit dem Fahrrad durch die Fluten
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In der Nähe des Dresdner Zwingers kamen auch die Helfer nur noch mit dem Schlauchboot voran
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Überfluteter Parkplatz in der Nähe der berühmten Dresdner Semperoper
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In der Umgebung der Drei-Flüsse-Stadt Passau führten die Wassermassen zu chaotischen Verkehrsverhältnissen
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Mit Sandsäcken versuchen Einsatzkräfte in der Passauer Innenstadt Läden vor eindringendem Wasser zu sichern
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Ein Arbeiter versucht in Passau eine defekten Parkautomaten zu reparieren
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Dramatisch war die Lage im sächsischen Grimma. Die Mulde setzte hier die gesamte Ortschaft unter Wasser
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Stadtzentrum von Grimma: In der Kirche warteten 50 eingeschlossene Menschen auf Rettung
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Auch im sächsischen Glauchau hat das Hochwasser katastrophale Schäden angerichtet
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Blick auf die Innenstadt von Dresden
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Ungewöhnlicher Einsatzort: DLRG-Helfer in der Altstadt von Passau
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Eigentlich sollten mit dem Schlauchboot Menschen in Grimma gerettet werden, doch der Helfer musste sich angesichts der Wassermassen selbst retten
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Reißende Fluten in der Innenstadt von Grimma
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In Passau betrachten Anwohner und "Katastrophentouristen" die Jahrhundertflut
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Passau/Dresden - Dort, wo in normalen Sommern Touristen und Anwohner ein kühles bayerisches Bier trinken und auf die vorbeifließende Donau schauen, ragt nun nur noch das Kneipenschild aus den schlammigen Fluten: "Bayerisch Venedig". Ein schlechter Witz, denn die Gaststätte in Passau ist wie Tausende andere Gebäude in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern auch in den Fluten eines Jahrhunderthochwassers versunken.
Zwar kündigte die Bundesregierung ein Hilfsprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro für die Opfer der Katastrophe in Deutschland an, trotzdem wird es für die Betroffenen vermutlich lange dauern, bis sie wieder so leben können wie vor der Katastrophe.
In Deutschland waren am Dienstag Regionen in Sachsen am schlimmsten betroffen. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sagte, das Land sei von der bisher größten Naturkatastrophe heimgesucht worden. Das steigende Hochwasser sorgte in weiten Teilen des Landes für Überschwemmungen und Chaos. Die Zahl der Vermissten in den Überschwemmungsgebieten hat sich bis Dientagabend deutlich erhöht. Die Katastropheneinsatzleitung des Weißeritzkreises in Dippoldiswalde teilte mit, mittlerweile würden im Landkreis 28 Menschen vermisst. Unter ihnen seien fünf Kinder. Zu den näheren Umständen gab es keine Angaben. Die Zahl der Todesopfer hat sich laut Ministerpräsident Georg Milbradt im Laufe des Tages auf drei erhöht.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) reist am Mittwoch nach Sachsen, um sich ein Bild von den Ausmaßen der Flutkatastrophe zu machen. Erstes Ziel soll die sächsische Landeshauptstadt Dresdensein. Dort brach am Dienstag der Verkehr zusammen, Busse und Bahnen fuhren nicht mehr, Fernzüge fielen aus. Aus dem Fluss Weißeritz kommendes Wasser überflutete die Innenstadt, Hauptbahnhof und Prager Straße glichen einem See. Laut Prognose sollte sich Mittwochmorgen das Wasser am Pegel der Elbe von derzeit knapp sieben Meter auf etwa 7,75 Metern erhöhen.
Besonders dramatisch war die Lage im sächsischen Landkreis Freiberg, wo zahlreiche Orte komplett von der Außenwelt abgeschnitten waren. In der Innenstadt von Flöha stand das Wasser rund zwei Meter hoch. In Rothenburg waren bis zum Mittag noch 50 Menschen eingeschlossen.
Im bayerischen Passau kämpften Hunderte von Bürgern an der Seite von mehr als 850 Katastrophenhelfern, unter ihnen mehr als 300 Bundeswehrsoldaten. "So schnell wie diesmal sind die Pegel noch nie gestiegen", hieß es. Am Dienstagnachmittag erreichte die Flutwelle ihren Höhepunkt mit 10,81 Meter. Gegen 14 Uhr wurde erstmals seit Auslösung des Katastrophenalarms ein minimaler Rückgang des Pegelstands registriert. Damit schien der Höhepunkt der Flut für die Domstadt überschritten. Nun droht Regensburg eine Flutwelle. Die Stadt rief Hochwasseralarm aus und ließ vorsorglich Stege errichten.
In Bayern herrschte am Dienstag noch in acht Bereichen Katastrophenalarm. Die Pegelstände an Ilz und Regen im Bayerischen Wald stiegen wieder. Die oberpfälzische Stadt Cham war durch Wassermassen des Flusses Regen teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Immerhin gab es eine gute Nachricht: Der Regen in Bayern hörte endlich auf.
Auch in Tschechien ist die Lage verheerend: In der Hauptstadt Prag laufen die Vorbereitungen für die schlimmste Überflutung seit mehr als 100 Jahren. Der Scheitelpunkt des Moldauhochwassers wird zwischen Mitternacht und sieben Uhr früh am Mittwoch erwartet, berichtete Oberbürgermeister Igor Nemec. Es sei möglich, dass der Fluss dann 30-mal mehr Wasser führe als an normalen Tagen. In Prag flohen mehr als 40.000 Bewohner aus ihren Häusern. Bisher sind bei den Überschwemmungen in Tschechien neun Menschen ertrunken.
In Österreich überflutete das Jahrhunderthochwasser zahlreiche Städte und verwandelte ganze Landstriche in Seen. Die Donaustädte Ybbs und Melk waren in großen Teilen ebenso überschwemmt wie die Orte Steyr, Perg und Schwertberg in Oberösterreich. Tausende Menschen waren vom Hochwasser in ihren Häusern eingeschlossen, viele hundert mussten von der Feuerwehr evakuiert werden. In dem Gemüseanbaugebiet im Eferdinger Becken, westlich von Linz, bildete sich ein 50 Quadratkilometer großer See. Westlich von Wien drohen mehrere Donau-Dämme zu brechen.
An der südrussischen Schwarzmeerküste könnten nach Befürchtungen des Zivilschutzes deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen sein als bislang bekannt. 58 Leichen wurden inzwischen geborgen, doch die Helfer befürchten, dass mehr als hundert Urlauber und Anwohner in den Sturzbächen aus dem Gebirge umkamen, berichtete die Nachrichtenagentur Itar-Tass.
Den trockensten und sonnigsten Sommer seit Menschengedenken erleben derzeit die Bewohner der zu Dänemark gehörenden Färöer Inseln im Nordatlantik. Wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau meldete, haben die Behörden in Folge der extrem ungewöhnlichen Trockenheit die 50.000 Bürger der ansonsten chronisch verregneten Inselgruppe zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgefordert.