Bizarrer Brauch: Narren wollten Minarett verbrennen - DER SPIEGEL
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Bizarrer Brauch Narren wollten Minarett verbrennen

Traditionell wird am Ende der Fastnacht im schweizerischen Wil der Nörgeli verbrannt. Wegen Drohungen konnte der uralte Brauch dieses Jahr nicht wie gewohnt stattfinden: Die Narren wollten ein nachgebildetes Minarett verbrennen.
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Wil - Gemäß Tradition nehmen die Wiler in der Fastnachtszeit eine öffentliche Person in die Mangel: Eine Nachahmung dieser Person, der sogenannte Nörgeli, wird dann auf einem Wagen öffentlich durch die Stadt gezerrt und im Anschluss samt Wagen und Dekoration angezündet und verbrannt.

Dieses Jahr wurde Josef Fässler zum Nörgeli erklärt, der als Präsident des katholischen Kirchenverwaltungsrats die Veranstaltungsserie "Christentum-Islam" organisiert hatte, berichtet das Internet-Magazin "20 minuten". Deshalb hatten die Narren beim Umzug am Sonntag auf dem Wagen neben Fässlers Kopf auch ein Minarett gebastelt.

"Während des Umzugs gab es Drohungen, es passiere etwas Schlimmes, falls wir das Minarett verbrennen würden", sagte Peter Ruckstuhl, Präsident der Fastnachtsgesellschaft Wil, "20 minuten". Nach Rücksprache mit der Polizei habe man deshalb entschieden, das Minarett zu entfernen und den Nörgeli ohne dieses zu verbrennen.

Zu Recht, findet der Wiler Imam Bekim Alimi: "Sonst wären bei Moslems Gefühle verletzt worden." Gar kein Verständnis für die Drohungen hat dagegen der diesjährige Nörgeli selbst: "Ich finde das ganz schlimm, das ist Terror", sagte Fässler "20 minuten". Hisham Maizar, Präsident des islamischen Dachverbands Digo, sagt: "Man sollte einfach darüber lachen können."

jjc