Blair gegen Blair: Cherie watscht Tony ab - DER SPIEGEL
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Blair gegen Blair Cherie watscht Tony ab

Cherie Blair hat sich ihren Ehemann Tony vorgeknöpft. Vor Gericht griff die Anwältin die Politik des britischen Premiers an.
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London - Als Rechtsvertreterin der Gewerkschaft TUC forderte die im neunten Monat schwangere Juristin den High Court in London auf, ein Gesetz der Labour-Regierung für illegal zu erklären. Dabei geht es um das Recht auf unbezahlten Erziehungsurlaub.

Cherie, die vor Gericht ihren Mädchennamen Booth führte, hält die britischen Bestimmungen für unvereinbar mit geltendem EU-Recht. Auf Druck der Europäischen Union haben Mütter und Väter künftig auch in Großbritannien ein Recht auf 13 Wochen unbezahlten Urlaub in den ersten fünf Lebensjahren des Kindes. Allerdings erlaubt die Regierung dies nur, wenn das Kind nach der Verabschiedung des Gesetzes am 15. Dezember 1999 geboren worden ist. Gegen diese Einschränkung klagt Cherie.

"Es ist nicht so, dass man ein Kind bekommt, und damit hat sich die Sache", sagte die Frau aus der Downing Street, die selbst schon drei Kinder hat und das vierte für die nächste Woche erwartet. Sie warf der Regierung ihres Mannes vor, sich "zu einseitig" auf das "magische Geburtsdatum" zu konzentrieren. "Die Verantwortung der Eltern reicht weiter als bis zur Geburt", sagte sie. Auch in den ersten Lebensjahren sei die Zuwendung der Eltern bedeutsam.

Auch von ihrem Mann wünscht sich Cherie Blair, dass er nach der Geburt des Kindes einige Wochen in Vaterschaftsurlaub gehen würde. Doch Tony hält sich - wie so viele Männer - für unentbehrlich. "Ich kann nicht aufhören, Premierminister zu sein", sagte er. Allerdings wolle er gern das nächtliche Windelnwechseln übernehmen.