Blitz, Donner, Hagel Der Vatertag lässt's krachen
Hamburg - Der Bier- und Bollerwagentag ist ziemlich nass: Kräftige Schauer und Gewitter zogen über Teile Deutschlands. Im nordrhein-westfälischen Landkreis Siegen-Wittgenstein waren Straßen zeitweise weiß von dicken Hagelkörnern, wie Anwohner der Unwetterzentrale berichteten. Auch der Lahrer Autobahnzubringer in Baden-Württemberg habe wie eine Winterlandschaft ausgesehen, teilte die Polizeidirektion Offenburg mit. Straßen wurden überflutet.
Aus Rheinland-Pfalz und Hessen wurden bereits am Vormittag heftige Regenschauer und Gewitter gemeldet. Bei Unwettern in Osthessen hatte schon am Mittwochabend ein Blitzeinschlag in mehreren Ortschaften für Stromausfall gesorgt. Auch in Ostdeutschland gab es in der Nacht teils heftige Gewitter mit Starkregen. Vorübergehend standen Straßen unter Wasser.
In Nordbayern ließen sich Hartgesottene nach Angaben der Polizei allerdings auch von dem unbeständigen Wetter nicht die Laune vermiesen und zogen mit bierkästengefüllten Bollerwagen ins Grüne. Vor allem am Nachmittag sorgten teils heftige Gewitterschauer mit Hagel und Sturmböen allerdings für eine ungewollte Ernüchterung.
"Von größeren Schäden ist uns bislang allerdings nichts bekannt", sagte Diplom-Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Grund für die meist kurzen Unwetter: Bis zu 30 Grad warme Luft am Boden trifft auf deutlich kühlere Luftmassen in höheren Lagen.
Sonniges, aber kühles Wochenende
Trotz teils schlechten Wetters ließen sich viele von Ausflügen ins lange Wochenende nicht abhalten. Und so gab es zeitweise Staus von bis zu 14 Kilometern auf einigen Autobahnen. Am stärksten war die A 8 München Richtung Salzburg zwischen Dreieck Inntal und Frasdorf betroffen. Ursachen waren neben starkem Verkehrsaufkommen Baustellen und Unfälle.
Nach einem voraussichtlich teils regnerischen Freitag erwartet die Ausflügler am Wochenende sonnigeres Wetter. "Allerdings kommen die Freunde von Hitzewellen vorerst nicht auf ihre Kosten, da das zuständige Hoch Luft aus dem Nordwesten anzapft", sagte Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst. Die Folge: Vor allem im Norden Deutschlands wird es in den nächsten Tagen eher kühl, aber zumindest sonnig.
Am Samstag erreichen die Temperaturen 17 bis 22, im Süden bis zu 28 oder 29 Grad. Am wärmsten wird es dabei am Hoch- und Oberrhein. Der Sonntag zeigt sich trotz einiger Sonnenstunden im Süden und in der Mitte wieder eher von seiner unbeständigen Seite mit etwas Regen sowie ein paar Schauern und Gewittern. In den nördlichen Gebieten verläuft der Tag zwar meist trocken, ungetrübt bleibt der Sonnenschein aber auch hier nicht. Die Temperaturen erreichen von Nordost nach Südwest 18 bis 28, ganz vereinzelt sogar bis zu 30 Grad.