Blutbad Clinton fordert schärfere Waffengesetze
Denver - Nach dem Massaker in Littleton bei Denver ist die Diskussion über den Besitz von Schußwaffen wieder entbrannt. In erster Reaktion will US-Präsident Bill Clinton schärfere Waffengesetze einführen. Wie der Nachrichtensender CNN am Freitag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtete, werde die Regierung in der kommenden Woche einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Der stellvertretende Justizminister Eric Holder sagte am Donnerstag, daß allen Personen, die schon als Jugendliche Gewalttaten verübt haben, der Besitz von Schutzwaffen untersagt sein sollte. Bisher erstreckt sich dieses Verbot nur auf Straftaten im Erwachsenenalter. Die amerikanische Waffenlobby hat bereits angekündigt, sich vehement zu wehren. Der Sprecher der National Rifle Association (Interessenvereinigung für freizügige Schußwaffengesetze)sagte: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist die einzige angemessene Antwort die der Trauer und des Mitleids und der Gebete."
Bei dem Attentat in der Columbine High School erschossen zwei Schüler am Dienstag 13 Menschen - und danach sich selbst. Die Polizei geht inzwischen dem Verdacht nach, daß Eric Harris und Dylan Klebold Helfer hatten, die mit ihnen Vorbereitungen trafen. In der Schulküche wurden zwei schwere Propangas-Bomben gefunden. Zuvor entdeckten Beamte bereits bis zu 30 Sprengsätze. Neben den Leichen von Harris und Klebold, die sich nach dem Anschlag mit Kopfschüssen exekutierten, wurde eine Schrotflinte, ein halbautomatisches Gewehr, eine Handfeuerwaffe sowie mehrere Bombenfallen gefunden. "Es ist schlecht vorstellbar, daß sie die ganzen Sachen allein in die Schule getragen haben", sagte Sheriff Jon Stone am Dienstag.
Nach Medienberichten hinterließen die beiden Selbstmord-Attentäter eine "Abschiedsbotschaft". Darin heißt es, daß niemand anders als sie selbst für die Tat verantwortlich seien. Sie hätten "diesen Ausweg" gewählt. Über das Tatmotiv herrscht weiterhin Unklarheit.
Mehrere der insgesamt 24 Verletzten schweben weiterhin in Lebensgefahr. Für diesen Sonntag ist eine öffentliche Trauerfeier in Littleton geplant und für den 2. Mai eine in Denver, an der Präsident Clinton oder Vize Al Gore teilnehmen wollen.