Bluttat an 14-Jähriger: Filis' letzte Worte - DER SPIEGEL
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Bluttat an 14-Jähriger Filis' letzte Worte

30 Mal stachen die Täter auf die 14-jährige Filis ein. Bevor das Mädchen auf dem Hagener Parkplatz starb, sprach sie noch mit ihrer Freundin: "Dies alles ist hier kein Spaß mehr".
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Hagen - Verantwortlich für die grauenhafte Tat sind zwei 17 und 20 Jahre alte Männer. Die beiden hätten sich gestern mit den Worten "Wir sind die Mörder" auf der Polizeiwache im sauerländischen Werdohl gemeldet, sagte Staatsanwalt Bernd Maas heute. Die Vernehmung der beiden türkischstämmigen Beschuldigten und des schwer verletzten zweiten Mädchens hätten die Vorwürfe erhärtet. Es wurde inzwischen Haftbefehl wegen Totschlags und versuchten Mordes erlassen.

Das Motiv der beiden Männer sei noch unklar, sagte Maas. Der Hauptbeschuldigte habe jedoch angegeben, dass die 14-Jährige eifersüchtig gewesen sei und ihn mit einem Messer bedroht habe. Daraufhin will er ihr die Waffe entrissen und aus Notwehr auf sie eingestochen haben.

Die schwer verletzte Freundin hatte nach der Flucht der beiden Täter ein Auto auf der Straße stoppen und Hilfe holen können. Das lebensgefährlich verletzte Mädchen war heute nach einer Notoperation auf dem Weg der Besserung, sagte der Leiter der Mordkommission, Peter Kerkenberg.

Die 14-jährige Filis und die ein Jahr jüngere Nicole hätten die Männer erst am Samstagabend auf dem Gelände einer Tankstelle in Lüdenscheid kennen gelernt, sagte Maas zum Stand der Ermittlungen. Anschließend seien sie zu viert zu einer Talsperre gefahren. Der 20 Jahre alte Hauptbeschuldigte sagte, er habe dort mit Filis sexuell verkehrt. Für den Sonntag verabredeten sie sich und verbrachten den Tag gemeinsam in Köln. Danach planten die beiden jungen Männer mit den Mädchen einen Discobesuch in Hagen. Auf dem Weg dorthin hielten sie auf einem Wanderparkplatz in der Nähe der A 45 bei Hagen an.

Was dann genau geschah, ist unklar. Der Hauptbeschuldigte gab an, er sei mit Filis aus dem Auto gestiegen. Nach seinen Angaben kam es zum Streit. Sie habe ihm vorgeworfen, sich in Köln nach anderen Mädchen umgeschaut zu haben, und ihn "Hurensohn" genannt. Schließlich nahm sie nach seinen Angaben ein Messer aus dem Kofferraum und attackierte ihn. Er habe ihr die Waffe entrissen und dann auf sie eingestochen.

"Er hat sie abgestochen", so Staatsanwalt Maas wörtlich. Es gebe im Deutschen keinen passenderen Ausdruck dafür. In Filis' Leiche hatten die Ermittler 30 Stichwunden gezählt.

Nicole sollte anschließend als Zeugin beseitigt werden. Der 17-jährige Mittäter saß den Angaben zufolge während dieser Zeit im Auto und sprach mit Nicole. Er gab an, später - als Nicole bereits am Boden lag - "ein oder zwei Mal" mit einem zweiten Messer außerhalb des Autos auf die 13-Jährige eingestochen zu haben. Anschließend habe sein 20-jähriger Freund Nicole ebenfalls angegriffen. Zusammen attackierten die beiden Männer ihr zweites Opfer so lange, bis sie überzeugt waren, das Mädchen sei auch tot.

Nach Nicoles Bericht soll die bereits schwer verletzte Filis sich noch zum Auto geschleppt und kurz vor ihrem Tod gesagt haben: "Dies alles ist hier kein Spaß mehr."

Möglicherweise kannten sich Täter und Opfer nach Auffassung der Ermittler schon seit mehreren Monaten. Dies sei den Fahndern aus dem Umfeld Nicoles zugetragen worden, sagte Maas. Zudem könne es Verbindungen mit Drogengeschäften geben. Nähere Angaben machte Maas dazu nicht.