Bodyguards Waren sie dem Generalbundesanwalt nicht genehm?
Karlsruhe - Die Behauptungen der "Bild"-Zeitung seien "unzutreffend und ehrabschneidend", erklärte Nehm. "Es handelt sich hierbei um eine üble Kampagne, mit der vor allem der Generalbundesanwalt diffamiert werden soll."
Das baden-württembergische Innenministerium hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass der Generalbundesanwalt und seine Familie künftig nicht mehr von Karlsruher, sondern von zwölf Stuttgarter Beamten bewacht werden. Das Karlsruher Polizeipräsidium nahm den Generalbundesanwalt in Schutz. Das Ehepaar Nehm habe die Personenschützer "zu keiner Zeit" zu Handlangerdiensten aufgefordert oder mit Dienstaufsichtsbeschwerden gedroht, teilte die Polizei mit.
Unterdessen sagte ein Gewerkschaftsvertreter, zwischen den Personenschützern und Frau Nehm sei es zu "zahlreichen Querelen" gekommen. Die Familie habe die Beamten mit einer Fülle von Dienstaufsichtsbeschwerden überzogen, sagte Ralf Knospe von der baden-württembergischen Gewerkschaft der Polizei. Dieter Berberich, baden-württembergischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, sagte, er kenne die von der "Bild"-Zeitung behaupteten Vorgänge "vom Hörensagen". Danach sind die Leibwächter zum Bäume schneiden, Hof fegen und Tüten schleppen eingesetzt worden.
Die Bundesanwaltschaft hatte vergangene Woche versichert, das Verhältnis zu den derzeit eingesetzten Personenschützern sei ausgezeichnet. "Schwierigkeiten haben sich in der Vergangenheit auf ganz anderem Gebiet ergeben", teilte die Behörde ohne weitere Stellungnahme mit.
Umstritten ist zudem die Frage, welche Mehrkosten der Austausch der Bodyguards verursacht. Nach Knospes Einschätzung könnte der jährliche Mehraufwand "in der Nähe" der von "Bild" behaupteten 1,5 Millionen Mark liegen. Das baden-württembergische Innenministerium dagegen geht von 150.000 bis 170.000 Mark Zusatzkosten aus.