Verschollene Boeing Das Satelliten-Puzzle
Hamburg - Ein neuer Tag, ein neues Objekt, ein neuer Hoffnungsschimmer: Zwei Wochen nach dem Verschwinden des Flugs MH370 von Malaysia Airlines haben chinesische Satellitenbilder von möglichen Wrackteilen im Indischen Ozean der Suche neuen Auftrieb gegeben. Die Aufnahmen bestätigen die Ermittler, sie sind wahrscheinlich auf der richtigen Spur. Denn entlang des Südkorridors verdichten sich nun die Hinweise. Ein Überblick:
- Am 16. März verzeichnen australische Satelliten zwei schwimmende Objekte im südlichen Indischen Ozean. Die Stelle befindet sich etwa 2500 Kilometer südwestlich von Perth entfernt. Es soll sich um ein 24 Meter langes und um ein fünf Meter langes Objekt handeln. Die Aufzeichnungen werden erst vier Tage später weitergegeben. In dieser Zeit könnten die Teile aufgrund der starken Strömung in dem Gebiet schon Hunderte Kilometer weitergetrieben worden sein.
- Zwei Tage später, am 18. März, nehmen chinesische Satelliten mindestens ein schwimmendes Objekt auf. Es ist unklar, ob es sich dabei um dasselbe Teil handelt. Den Behörden zufolge ist es 22,5 Meter lang und 13 Meter breit. Die Auswertungen der Bilder erreichen die Ermittler ebenfalls vier Tage später, am 22. März. Der chinesischen Behörde für Wissenschaft, Technologie, Industrie und Verteidigung zufolge liegt die Fundstelle etwa 120 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem die australischen Satelliten Treibgut gemeldet hatten.
Boeing-Flug MH370: Neue Objekte, neue Hoffnung
Die Sichtung der Chinesen gibt neue Hoffnung. Denn trotz eines massiven Aufgebots haben die Einsatzkräfte bislang nichts gefunden. Daher war das Suchareal von 23.000 auf 36.000 Quadratkilometer erweitert worden. Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein hatte sogar befürchtet, dass bald auch wieder entlang des möglichen Flugkorridors im Nordwesten gesucht werden müsse.
Die Australier bemühen sich, die Erwartungen zu dämpfen. Es könne sich bei den Objekten auch um Container oder ähnliches handeln, sagte der stellvertretende Premierminister Warren Truss. Eine Sprecherin der australischen Seesicherheitsbehörde (Amsa) bemerkte, dass der Sichtungsort der Chinesen innerhalb des 36.000-Quadratkilometer-Suchgebiets liege - und dort habe man am Samstag nichts gefunden. Allerdings: Die dort herrschende Strömung dürfte das Treibgut weitergetragen haben.
Die australischen Behörden versuchten auch, die Sichtung mehrerer kleiner Objekte herunterzuspielen. Unter anderem sei eine Holzpalette gesehen worden. Ein neuseeländisches Erkundungsflugzeug habe nur Seegras finden können.
Die starke Strömung, der heftige Wellengang und nicht zuletzt das Wetter erschweren die Suche weiterhin. Am Samstagabend (Ortszeit) kehrte die Flotte bei Anbruch der Dunkelheit zurück an Land. Die Prognose für die kommenden Tage ist nicht besser: In dem Suchgebiet wird laut Hussein der Zyklon Gillian zu spüren sein. Die See wird dann noch rauer, der Wind noch stärker, die Suche noch schwieriger.