Bohlen und Freundin Estefania: Nackt auf der Flucht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bohlen und Freundin Estefania Nackt auf der Flucht

Die "Einbrecher" waren Polizisten, und für Dieter Bohlen waren es die "schrecklichsten Augenblicke" seines Lebens. Der Popstar schilderte jetzt, was sich in jener Nacht zutrug, als er in seiner Villa mit einer Schrotflinte um sich schoss.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Auf der Wache der Polizei in Tötensen vor den Toren Hamburgs sei ein mysteriöser Anruf eingegangen, sagte Bohlen. Eine junge Frau habe sich mit den Worten gemeldet: "Der Sohn von Dieter Bohlen hat einen Lungenriss. Er liegt im Haus von Bohlen im Todeskampf." Daraufhin seien die Polizisten zu ihm gefahren. "Dabei war mein Sohn Marc bei meiner Ex-Frau Erika - gesund und munter", berichtete Bohlen der "Bild"-Zeitung.

Seine Freundin Estefania Küster und er hätten schon zwei Stunden geschlafen, als die Polizei anrückte, die Bohlen für Einbrecher hielt. "Ich sagte nur: Estefania, da bricht jemand bei uns ein. Wir hatten unheimliche Angst. Ich riß das Schlafzimmer-Fenster auf, um die Alarmanlage auszulösen, machte überall Licht, trampelte mit den Füßen auf dem Boden wie ein Verrückter. Dann rief ich Estefania zu, sie solle die Schlafzimmertür aufschließen, um zu sehen, ob die Einbrecher verschwunden sind. Dann hörten wir den Satz, denn ich nie mehr vergessen werde: 'Wir kommen jetzt nach oben.' Da dachte ich nur: In fünf Sekunden bist du tot. Estefania und ich hatten nur einen Gedanken: Die wollen uns umbringen", erzählt der Popsänger.

Estefania sei sofort auf den Balkon gerannt. "Sie hatte nichts an und sprang vom Vordach auf einen Rhododendron-Busch. Ich holte meine Schrotflinte aus dem Schrank und ging über den Balkon auf das davor liegende Flachdach", schilderte Bohlen weiter. "Plötzlich hörte ich, dass die näher kommen. Ich sah nur Schatten. Als sie auf dem Balkon waren, habe ich die Waffe genommen und in die Luft geschossen."

Nach dem Warnschuss sei auch er, nur mit einem T-Shirt bekleidet, vom Vordach gesprungen. "Estefania war schon weg. Ich konnte sie nicht mehr finden. Ich lief dann in den Wald, bestimmt anderthalb Kilometer weit. Ich habe bei einem Nachbarn geklingelt und gefragt, ob er mir helfen und Kleidung geben kann."

Wer der mysteriöse Anrufer auf der Wache war, kann sich Bohlen nicht erklären. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte die Schrotflinte und leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den Sänger ein, weil er keinen Waffenschein hat.