Bohlens Liedkunst: "Uuuh-uuuuh-aaaah und dann ein Glöckchen" - DER SPIEGEL
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Bohlens Liedkunst "Uuuh-uuuuh-aaaah und dann ein Glöckchen"

Die Jugend ist auch nicht mehr so dankbar, wie sie einmal war. Da schreibt Dieter Bohlen ein Lied für die angehenden Superstars, und die, die es singen sollen, verschmähen es: Bohlen habe den Song "lieblos hingeklatscht", und neu sei er auch nicht.
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Köln - Es hätte so schön sein können: In der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" wird die Siegerin gekürt. Dann ist schwuppdiwupp schon das Lied fertig, praktischerweise ist der Titel schon seit den Musketieren bekannt: "Alle für einen und einer für alle" (oder hört sich "All for one and one for all" nicht noch eleganter an?). Und dann kommt der Song gleich als Single in die Läden. Toller Plan von Dieter Bohlen. Doch leider läuft es so nicht. Denn die Finalistinnen mäkeln an der Arbeit des Meisters, und - was noch schlimmer ist - sie wollen beide nicht das Bohlen-Stück beim Finale am 13. März singen.

Elli, 24, und Denise, 19, fordern vom Komponisten Nachbesserungen. Musikstudentin Elli kritisierte, Bohlen habe den Song "lieblos hingeklatscht". Ein paar Textzeilen stammten aus anderen Liedern. "Der Song geht so los wie jedes andere Dieter-Bohlen-Lied, am Anfang uuuh-uuuuh-aaaah, und dann kommt so ein Glöckchen." Denise gestand Bohlen zwar zu, er habe sich "schon Mühe gegeben". "Aber der Song passt halt nicht zu unseren Stimmen."

Dieter Bohlen rechtfertigte sich bei RTL damit, dass die beiden bisher nur eine Rohfassung zu hören bekommen hätten. Der "Bild" sagte er. "Meine Oma sagte immer 'Jeder ist seines Glückes Schmied'. Wenn die Mädchen meinen, sie wissen es besser, sollen sie es doch machen."

Er selbst habe "keine Zeit für diese Kinder", die sich "in die Uni drängeln und dem Professor als Erstes erklären wollen, wie die Relativitätstheorie funktioniert". Erfolg sei relativ - und relativ schnell auch wieder weg. Ein RTL-Sprecher sagte zu dem Streit: "Die drei versuchen jetzt, sich anzunähern."