Boom Amerikaner decken sich mit afghanischen Teppichen ein
Los Angeles - Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" melden Orientteppich-Händler in Kalifornien deutlich höhere Verkaufszahlen.
Die Kunden hätten Angst, dass es bald gar keine Teppiche aus Afghanistan mehr geben wird, sagte ein Teppichhändler. Eine ähnliche Situation hätte er schon einmal erlebt, während des Geiseldramas 1979 in Iran.
Das Kuriose ist: Die so genannten afghanischen Teppiche kommen gar nicht aus Afghanistan, sondern werden von afghanischen Flüchtlingen im Norden Pakistans, meist in den Städten Peschawar und Quetta erstellt. Sie können gar nicht aus Afghanistan kommen, denn der Krieg dort dauere bereits seit 22 Jahren. Das wenige Geld, das die vom Krieg geflohenen Afghanen mit den Teppichverkäufen verdienen, ist zum Teil ihre einzige Einnahmequelle. Die Importeure beliefern die Flüchtlinge mit Wolle und Webstühlen. Die Ware gelangt per Schiff nach Amerika - wegen der verschärften Kontrollen dauert der Transport jetzt besonders lang.
An einem Teppich arbeiten meistens drei Weber. Sie verdienen im Durchschnitt elf Mark pro Tag oder 150 Mark pro Teppich. Bereits ein Vorleger wird in den USA für umgerechnet mehr als 4000 Mark gehandelt. Besonders begehrt sind die so genannten "Kriegsteppiche", welche nach dem Rückzug der Sowjetarmee entstanden sind und verschiedene Siegesszenen der Mudschahidin über die Russen darstellen.