Bootsflüchtlinge Australische Hardliner setzen sich durch
Sydney/Genf - Die übrigen der insgesamt 460 Flüchtlinge auf dem norwegischen Frachter "Tampa" würden zunächst in Nauru, der kleinsten Republik der Welt, unterkommen. Dort sollten die Asylanträge der überwiegend afghanischen Flüchtlinge geprüft werden.
Der australische Premierminister John Howard betonte, dass die Flüchtlinge nicht auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel an Land gehen würden. Wie die Menschen das vier Seemeilen vor der Insel ankernde Schiff verlassen würden, sagte der Regierungschef nicht. Er schloss nicht aus, dass die Asylbewerber von Nauru aus später nach Australien oder ein anderes Aufnahmeland umsiedeln würden.
Wegen seiner harten Haltung war die australische Regierung in den vergangenen Tagen international kritisiert worden. Howard blieb angesichts bevorstehender Wahlen dennoch unnachgiebig und schickte 50 Elitesoldaten zu dem norwegischen Schiff. "Ich glaube es liegt im nationalen Interesse Australiens, dass wir angesichts der steigenden Zahl von illegalen Einwanderern eine scharfe Grenze ziehen", sagte der Regierungschef.
Der norwegische Frachter "Tampa" hatte die Flüchtlinge am vergangenen Sonntag aus Seenot vor der Westspitze der indonesischen Insel Java gerettet. Anschließend zwangen die Flüchtlinge den Kapitän, Kurs auf Australien zu nehmen. Indonesien weigerte sich, die Flüchtlinge zurückzunehmen.
Unterdessen haben sich Vertreter von Australien, Norwegen, Indonesien und Neuseeland am Samstag in Genf unter Leitung des Uno-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR ihre Gespräche über eine Lösung des Flüchtlingsdramas im Indischen Ozean fortgesetzt. Über welche Lösungsmöglichkeiten geredet werde oder wie lange die Gespräche dauern, konnte eine UNHCR-Sprecherin nicht sagen.