Brände in Griechenland: Demonstranten fordern Rücktritt der Regierung - DER SPIEGEL
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Brände in Griechenland Demonstranten fordern Rücktritt der Regierung

Für die griechische Regierung könnten die verheerenden Waldbrände zum Verhängnis werden: Tausende linke Demonstranten fordern den Rücktritt des Kabinetts von Kostas Karamanlis. In den Krisengebieten toben die Feuer weiter, mehr als 60 Menschen starben in den Flammen.
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Athen - Gestern Nacht marschierten etwa 2000 linke Demonstranten in Athen zum Parlament. Die oppositionellen Sozialisten warfen der Regierung Unfähigkeit vor. Die Vorwürfe der Brandstiftung sollten lediglich davon ablenken, erklärten sie. Viele Menschen in den Krisengebieten fühlen sich von Ministerpräsident Kostas Karamanlis und seiner Mannschaft im Stich gelassen.

In den Brandgebieten bleibt die Situation dramatisch: Mindestens vier Großbrände und Dutzende kleinere loderten auf den Gebirgsregionen der Halbinsel Peloponnes nahe Olympia im Westen, Kalamata im Südwesten und Sparta im Südosten. Weitere Feuer wüteten auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa. Die Brände erreichten in der Nacht die Umgebung der Ortschaft Seta. Die 300 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Eine kilometerlange Front mit bis zu 20 Meter hohen Flammen bewegte sich vom Hinterland der Inselmitte in Richtung Ägäis. Mehrere Löschflugzeuge warfen tonnenweise Wasser ab. Zudem wurde die Region am Morgen von einem Erdbeben erschüttert. Das Beben erreichte eine Stärke von 4,4. verletzt wurde ersten Angaben zufolge allerdings niemand.

Nach offiziellen Angaben sind seit Ausbruch des ersten Großbrands am vergangenen Freitag mindestens 63 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 3000 Menschen sind obdachlos.

Karamanlis informierte gestern Abend Präsident Karolos Papoulias über den aktuellen Stand in den Katastrophengebieten. Beide zeigten sich erschüttert über das Ausmaß der Tragödie. "Wir fühlen uns alle, als ob wir geliebte Menschen verloren haben", sagte Karamanlis nach Angaben des griechischen Senders ERT.

Aus Angst vor Brandstiftern dürfen die Hügel und Berge Athens sowie der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki nachts nicht mehr betreten werden. Polizei und Militär blockierten in der Nacht alle Zugangsstraßen. Auch Parkanlagen wurden dichtgemacht. Überall im Land wurden gestern Brandstifter gemeldet. Mindestens hundert Personen wurden nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen. Angeklagt wurden bislang sieben mutmaßliche Feuerteufel.

Inzwischen sind fünf Löschflugzeuge aus Frankreich, eines aus Italien sowie mehr als hundert Feuerwehrleute aus Frankreich, Zypern und Israel im Katastrophengebiet eingetroffen und kämpfen gegen die Flammen. Drei Hubschrauber aus Deutschland sollen heute in Griechenland eintreffen.

anr/ffr/Reuters/dpa

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