Brände in Kalifornien - DER SPIEGEL
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Kalifornien: Tödliche Brände

Foto: Stuart Palley / dpa

Brände in Kalifornien "Du rettest dein Leben, aber du verlierst deine Erinnerungen"

Tote, Verletzte, komplett zerstörte Orte: Seit Tagen brennen in Kalifornien die Wälder, die Rettungskräfte rechnen mit noch mehr Opfern. Der "Golden State" ist im Ausnahmezustand.
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Mindestens zwei Tote, etwa 150 zerstörte Häuser, 25.000 Hektar verbranntes Land: So lautet die vorläufige, traurige Bilanz der verheerenden Waldbrände, die Zentralkalifornien ins Chaos gestürzt haben.

Die Rettungskräfte befürchten, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Als Feuerwehrleute betroffene Wohngebiete in der Region um den Stausee Lake Isabella inspizierten, fanden sie in einem komplett zerstörten Wohnwagen etwas, was vermutlich menschliche Überreste sind. Jetzt sollen Forensiker den Fund analysieren, sagte ein Polizeisprecher aus Kern County.

Etwa 2000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, rund 2500 Gebäude gelten als akut von den Flammen bedroht. Einziger Hoffnungsschimmer: Der Wind, der das Feuer in den kleinen Gemeinden der Sierra Nevada in den letzten Tagen angefacht hatte, ließ nach. "Wenn die Winde nicht drastisch auffrischen, hoffen wir, in den kommenden 24 Stunden Fortschritte zu erzielen", sagte der Leiter der Löscharbeiten, Joe Reyes.

Derzeit sind 1700 Kräfte im Einsatz. Gouverneur Jerry Brown rief den Notstand aus und stellte finanzielle Mittel zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Auch die nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA sagte Unterstützung zu.

Seit Donnerstag haben die Flammen geschätzt 25.000 Hektar Land zerstört. Die Brände fraßen sich so schnell durch die Vegetation, dass einige Bewohner kaum Zeit hatten, zu fliehen. Ein älteres Ehepaar erlag - offenbar noch bevor es sein Haus verlassen konnte - einer Rauchvergiftung. Am Freitag seien ihre Leichen gefunden worden, sagte Sheriff Donny Youngblood.

Jim Terry und sein Nachbar hatten noch versucht, mit dem Gartenschlauch zu verhindern, dass die Flammen auf die Dächer ihrer Häuser in South Lake überspringen. Terry trat die Flucht an, als eine riesige Rauchwand auf ihn zurollte. "Ich habe nie aufgegeben in meinem Leben, aber es war Zeit, das Handtuch zu werfen", sagte er.

Als der Kalifornier am Samstag zurückkehrte, stellte er fest, dass ganze drei Häuser auf seiner Straßenseite verschont wurden. Auch sein eigenes. Vom Nachbarhaus auf der anderen Straßenseite blieb nur ein Trümmerhaufen.

Der 45-jährige Everett Evans beobachtete, wie sich die Flammen vom Berghang bedrohlich auf seinen Wohnwagen zuwälzten. "Man konnte es hören, man konnte es sehen, man konnte es riechen", erinnert er sich.

Evans klopfte an alle Türen in der Nachbarschaft, um die Menschen zu warnen. Ihm und seiner Familie gelang die Flucht - das Wohngebiet in South Lake wurde komplett zerstört. Evans trauert vor allem um seine alten Fotos - die erste Ehe, die Zeit beim Marine Corps. "Du rettest dein Leben, aber du verlierst deine Erinnerungen", sagt er.

ala/AP