Brand-Serie: Feuerteufel von Sylt gesteht - DER SPIEGEL
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Geständnis: Haftbefehl gegen mutmaßlichen Brandstifter von Sylt

Foto: FRM/ dpa

Brand-Serie Feuerteufel von Sylt gesteht

Nach der Brandserie auf der Nordseeinsel Sylt ist gegen den mutmaßlichen Brandstifter Haftbefehl erlassen worden. Der 46-Jährige legte inzwischen ein Geständnis ab.
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Westerland - Der Mann war in der Nacht zum Samstag in der Westerländer Innenstadt festgenommen worden. Er hat die Taten vor dem Haftrichter gestanden. Das teilte die Polizei in Husum am Montag mit. Der 46-Jährige habe "die komplette Serie" von Brandstiftungen zugegeben, sagte eine Sprecherin. Nach der Vernehmung am Sonntag wurde demnach ein Haftbefehl verhängt; der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Flensburg. Weitere Informationen wollte die Staatsanwaltschaft Flensburg im Laufe des Tages auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen Sylter Taxifahrer, der über gute Ortskenntnisse verfügt. Während seiner sechsstündigen Vernehmung räumte der 46-Jährige insgesamt 17 Brandstiftungen ein, wie Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Montag in Husum sagte. Die Ermittler gingen davon aus, dass der seit drei Jahren auf der Insel lebende Mann allein gehandelt habe.

Noch unklar ist das Motiv des aus dem Raum Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) stammenden Mannes. Er habe ausgesagt, vielleicht habe er die Taten begangen, um die Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken, sagte Stahlmann-Liebelt. Bei der Auswahl seine Ziele sei der Mann zufällig vorgegangen. Eine Strategie habe er offensichtlich nicht gehabt.

Seit der Nacht zum vergangenen Montag hatte es auf Sylt bei drei Brandserien mehr als ein Dutzend Feuer gegeben. Dabei brannte es unter anderem in einem Hotel, einer Jugend- und Erwachsenenbildungsstätte, einem Altenheim, einem Krankenhaus und einer Kneipe. Zudem gingen mehrere Müllcontainer und Schuppen in Flammen auf. Die meisten Feuer konnten schnell gelöscht werden. Das Hotel und die Bildungsstätte wurden durch Feuer oder Rauch jedoch schwer beschädigt.

Der Brandstifter ließ sich widerstandslos festnehmen

Der Verdächtige war in der Nacht zum Samstag bei der dritten Feuerserie in der Nähe eines neuerlichen Brandorts festgenommen worden. Zusätzlich gab er nach Angaben der Polizeisprecherin zu, bereits am Mittwoch der vorvergangenen Woche ein weiteres Feuer in einem Mehrfamilienhaus auf Sylt gelegt zu haben. Auch in diesem Fall hatten die Beamten Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Dass es bei der Brandstiftungsserie keine Toten gab, ist auch einem Schüler aus dem Rheinland zu verdanken: Andreas Reuß macht zurzeit mit seinen Eltern Karin und Stephan Urlaub auf der Insel und ist zum Helden aufgestiegen.

Der 13-Jährige war Samstagnacht noch wach und hockte vor dem Fernseher, als er hörte, wie die metallene Gartenpforte seiner Unterkunft mit einem lautem Klacken ins Schloss fiel. Gleichzeitig roch es leicht verbrannt. Ein schneller Blick durchs Fenster genügte: Erste Flammen züngelten am Dachüberstand des reetgedeckten Hauses.

Letztlich konnte durch die schnelle Aktion des Jungen auch der mutmaßliche Brandstifter gestoppt werden. Als bei der Feuerwehr um 2.30 Uhr der Alarm einging, befand sich der 46-Jährige nicht weit vom Tatort entfernt. Er versuchte noch zu fliehen, aber die Beamten waren schneller. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.

jjc/ddp/AFP