Brandenburg: Heiße Spur im Fall Ulrike? - DER SPIEGEL
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Brandenburg Heiße Spur im Fall Ulrike?

Die zwölfjährige Ulrike war vor fünf Tagen verschwunden. Auf der Suche nach der Vermissten aus dem brandenburgischen Eberswalde verfolgt das Landeskriminalamt nun eine möglicherweise heiße Spur.
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Eberswalde - Am Dienstagabend untersuchten Spezialisten des Landeskriminalamtes einen weißen VW Polo, der kurz zuvor in Bernau ausgebrannt entdeckt worden war. Der Wagen war in Berlin gestohlen worden. Zeugen hatten einen weißen Kleinwagen in der Nähe des Ortes gesehen, an dem Ulrike am vergangenen Donnerstag verschwunden war. Am beschädigten Fahrrad des Mädchens waren auch weiße VW-Lackspuren gefunden worden.

Das Ergebnis der Untersuchung stehe noch aus, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Teil der Polizeikräfte wurde nach Bernau verlegt, um die Umgebung des Auto-Fundortes abzusuchen. Insgesamt waren bis Dienstag über 250 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Eine heiße Spur sei bislang nicht darunter gewesen. "Solange es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass das Kind nicht mehr am Leben ist, lebt es für uns", sagte Polizeisprecher Wolfgang Arlt.

Zeuge hatte einen Schrei gehört

Die zierliche Schülerin war am Donnerstagnachmittag zum Sporttraining gefahren, dort aber nicht angekommen. Ihre Mutter entdeckte noch am Abend das verkratzte und verbogene Fahrrad ihrer Tochter etwa 400 Meter vom Elternhaus entfernt an einem Friedhofsweg bei einem Wald. Zu dem Zeitpunkt, als das Mädchen dort vorbeigekommen sein muss, hatte ein Zeuge einen Schrei gehört und einen Mann in einem weißen Kleinwagen wegfahren sehen. Der Gesuchte sei zwischen 18 und 30 Jahre alt, habe nackenlanges, lockiges Haar und sei 1,70 Meter groß. Die Öffentlichkeitsfahndung läuft auch über das Internet.

Am Montagabend hatte ein Mann der Polizei von einem beschädigten weißen Auto in dem Eberswalder Ortsteil berichtet, in dem auch Ulrikes Elternhaus steht. Jedoch habe die Überprüfung ergeben, dass die Lackspuren nicht mit denen am Fahrrad identisch seien, hieß es.

Am südwestlichen Ortsrand von Eberswalde durchkämmten am Dienstag 320 Polizisten mehrere Grundstücke. Durchsucht wurde ein Teil des weitläufigen Flugplatzes Finow, der nahe beim Elternhaus und der Fahrradfundstelle liegt. Rund um das 50 Kilometer nördlich von Berlin gelegene Eberswalde waren Polizisten aus Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, ein Hubschrauber mit Wärmebild-Kamera und Suchhunde im Einsatz.