Brandenburg Problemstorch Ronny endlich abgezwitschert
Storch in Glambeck
Foto: Ralf Seidel/ dpaBrandenburgs Problemstorch Ronny, der mit seinen Eskapaden monatelang das Dorf Glambeck plagte, hat das Weite gesucht. Vergangene Woche habe der Storch sich noch einmal umgeschaut und sei dann verschwunden, sagte Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase.
Der Storch hatte den Sommer über mit Schnabelattacken gegen Autodächer und Fensterscheiben für zerkratzten Lack und blanke Nerven gesorgt. Damit wurden der rabiate Vogel und sein verständnisvolles Dorf deutschlandweit bekannt.
Die Glambecker schauen dem Vogel mit gemischten Gefühlen nach. "Zum Schluss haben wir uns mit ihm arrangiert", sagte Peltzer-Blase. In den ersten Tagen habe sie den Vogel fast vermisst. Mehr Trubel als der Storch hätten die Scharen von Fernsehteams gemacht, die einen Blick auf Ronny erhaschen wollten. "Wir sind froh, wenn jetzt endlich Ruhe herrscht."
Die Einwohner kapitulierten schnell
Der Storch war Anfang Mai in Glambeck gelandet und tyrannisierte seitdem die Bewohner mit seiner Selbstbezogenheit. Wann immer er sein Spiegelbild sah, hackte er darauf ein. Die Einwohner kapitulierten schnell. "Die Autos stehen eben nicht mehr draußen", sagte Peltzer-Blase. Fenster und Glastüren blieben im Zweifel geschlossen.
Das zerstörerische Verhalten des Storchs geht laut Naturschützern auf Liebeshormone zurück. Ronny habe im Juni das Männchen des bereits im Dorf brütenden Storchenpärchens vertrieben. Verantwortung übernahm er dann aber offenbar nicht. Die Mutter habe ihr Junges größtenteils allein aufgezogen, berichtete die Ortsvorsteherin.