Brandserie Sylter Polizei schnappt Verdächtigen
Abgebrannter Gartenschuppen in Westerland: Verdächtiger gefasst
Foto: Ute Strait/ dpaSylt/Husum - Der erste Alarm kam um 23 Uhr. Ein Buschbrand. Dann ging es Schlag auf Schlag: Feuer in einer Kneipe. Aus einem Container loderten Flammen. Mülleimer qualmten. Ein Reetdach brannte, außerdem ein Schuppen. Gleich fünfmal musste die Feuerwehr in der Nacht von Freitag auf Samstag ausrücken, meldete die Sylter Polizei. Menschen wurden zum Glück nicht verletzt.
Kein Zufall, es war das Werk von einem oder mehreren Brandstiftern, da war sich die Polizei schnell sicher.
Noch in derselben Nacht, um 2.30 Uhr, nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Einen 46-jährigen Mann, der möglicherweise "im Zusammenhang mit den Bränden dieser Nacht stehen könnte", formulierte eine Sprecherin der Polizeidirektion in Husum vorsichtig. Weitere Angaben könnten momentan noch nicht gemacht werden, die Ermittlungen dauerten an.
Es sind erst einmal die fünf Brände in dieser Nacht, die genauer untersucht werden:
- Zunächst wurde in Westerland ein Buschbrand gemeldet am Wenningstedter Weg.
- Das zweite Feuer der vergangenen Nacht brach in einer Kneipe an der Kjeerstraße aus. Die Flammen wurden gelöscht, bevor ein Schaden an dem Haus entstehen konnte.
- Kurz vor 2 Uhr brannten in der Nähe eines Bistros im Bahnhofsbereich ein Mülleimer und ein Container.
- Feuer Nummer vier an einem Reetdachhaus im Horstweg in Westerland konnte gelöscht werden, bevor größerer Schaden entstand.
- Zuletzt brannte ein Schuppen an der Keitumer Landstraße, der nicht mehr gerettet werden konnte.
Doch die Ermittler halten es für möglich, dass der Festgenommene auch bei den elf Bränden der vergangenen zehn Tage seine Hände im Spiel hatte. Es sei allerdings auch nicht auszuschließen, sagte die Husumer Polizeisprecherin, dass auch Nachahmungstäter Feuer gelegt hätten.
Sylt: Feuerserie auf der Urlaubsinsel
Die Brandserie der vergangenen zehn Tage
Am schlimmsten war die Lage am vergangenen Montag - da waren alle zehn Freiwilligen Feuerwehren der Insel gleichzeitig unterwegs, um insgesamt sieben Brände zu löschen. 380 Personen mussten in Sicherheit gebracht werden, als es in der "Akademie am Meer" im Klappholttal und in einem Wenningstedter Hotel brannte. Dabei wurden vier Personen verletzt.
Am Mittwoch kam es zu drei weiteren kleineren Feuer im Norden der Stadt Westerland: Ein Gartenhaus stand in Flammen, dann ein Carport, und im Keller einer Klinik wurde ein Haufen Papier abgefackelt.
Zuletzt war die Feuerwehr am Donnerstagabend ausgerückt - im Klappholttal waren hinter den Dünen rund 40 Quadratmeter Heideland in Brand geraten. Das Feuer war offenbar durch Signalmunition ausgelöst worden, teilte die Polizeisprecherin in Husum mit. Zeugen hätten vor dem Brand eine Leuchtrakete am Himmel gesehen.