Brasilien Fliegender Priester vermisst
Rio de Janeiro - Di Carli hatte sich am Sonntag an der brasilianischen Atlantikküste von mehreren hundert Luftballons in den Himmel tragen lassen. Acht Stunden nach Beginn seines Fluges wurde er von den Hafenbehörden für vermisst erklärt, und am Dienstagabend wurden mehrere bunte Ballons gefunden, die unversehrt auf dem Meer trieben.
Der Pater trug einen Helm und einen Spezialanzug. Außerdem hatte er für den Notfall einen Fallschirm, Trinkwasser und Müsliriegel für mindestens fünf Tage sowie ein GPS-Gerät dabei. Er besuchte einen Survival-Kurs und gilt als erfahrener Fallschirmspringer. "In Anbetracht seiner körperlichen Verfassung und seiner Ausrüstung würde ich seine Überlebenschance auf 80 Prozent schätzen", sagte Feuerwehrchef Johnny Coelho.
Di Carli wollte mit seinem Flug den bisherigen Rekord von 19 Stunden brechen und auf diese Weise Geld sammeln, um eine Kapelle für Lkw-Fahrer in der Hafenstadt Paranagua zu bauen. Im Januar ließ sich der Priester schon einmal von 600 Luftballons davontragen. Damals war er vier Stunden lang von der Stadt Ampere ins benachbarte Argentinien unterwegs, wo er unversehrt landete. Die Ballons trugen ihn bis zu einer Höhe von 5300 Metern.
Mitglieder von Di Carlis Gemeinde Sao Cristovao hielten am Dienstag Wache für ihren Seelsorger. "Es gibt keinen Zweifel, dass sie ihn lebend finden werden", sagte Denise Gallas zuversichtlich. "Er ist irgendwo dort draußen am Leben."
jdl/AP