Möglicher Dammbruch Prüfer warnt vor erneuter Minenkatastrophe in Brasilien
Unglücksort Brumadinho (Archiv)
Foto: ADRIANO MACHADO/ REUTERSZwei Monate nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine im Südosten Brasiliens mit mehr als 200 Toten könnte in der Gegend erneut ein Damm bersten. Ein unabhängiger Prüfer habe herausgefunden, dass die Stabilität des Sul Superior Damms an der Gongo Soco Mine kritisch sei, teilte der Bergbaukonzern Vale mit. Das Anheben auf die höchste Risikostufe drei habe bereits zu Evakuierungen geführt. Die Stufe bedeute, dass die "drohende Gefahr" eines Dammbruchs bestehe, sagte Flavio Godinho vom Zivilschutz dem Sender Globo.
Die Eisenerzmine Córrego do Feijao im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais wurde ebenfalls von Vale betrieben. Am 25. Januar hatte der Dammbruch hier eine Schlammlawine freigesetzt, die über Teile von Brumadinho und angrenzende Siedlungen hinwegrollte. Die mit Schwermetallen durchsetzte flüssige Masse gelangte auch in den angrenzenden Fluss Paraopeba und kontaminierte ihn. Bisher wurden 203 Leichen geborgen, wie der Zivilschutz von Minas Gerais auf seiner Webseite schreibt. 105 Menschen gelten nach wie vor als vermisst.
Auch bei einem verheerenden Unglück im Jahr 2015 hatte Vale eine Rolle gespielt: Der Konzern war mit 50 Prozent an einem Bergbauunternehmen beteiligt, beim dem die Dämme eines Rückhaltebeckens brachen. 19 Menschen wurden damals getötet.