Brasilien: Sintflut am Zuckerhut - DER SPIEGEL
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Erdrutsche und Dauerregen: Viele Tote nach Unwetter in Brasilien

Foto: STRINGER/BRAZIL/ REUTERS

Brasilien Sintflut am Zuckerhut

Es sind die heftigsten Regenfälle seit mehr als 30 Jahren. In Rio de Janeiro schüttet es seit Montag ohne Unterlass - rund 90 Menschen ertranken in den Fluten oder wurden durch Schlammlawinen in den Tod gerissen. Und die Wetteraussichten sind schlecht.
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Rio de Janeiro - Weite Teile Rio de Janeiros sind nach Angaben der Feuerwehr überschwemmt. Rios Bürgermeister Eduardo Paes sprach von einem "absoluten Chaos". Viele Schulen, Universitäten und Gerichte blieben am Dienstag in der zweitgrößten brasilianischen Stadt geschlossen. Die Behörden riefen die Bewohner auf, zu Hause zu bleiben - sofern es sich nicht um nur provisorisch errichtete Häuser handelt.

Nach anhaltenden schweren Regenfällen im Großraum der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro sind bei Überschwemmungen mindestens 89 Menschen ums Leben gekommen. Weitere Personen galten nach mehr als 17-stündigem, unablässigem Regen im Südosten des Landes am Dienstag laut offiziellen Angaben als vermisst. Die Rettungskräfte fürchteten, dass noch mehr Menschen ums Leben kamen.

Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva machte jahrelanges Missmanagement der Baubehörden für die vielen Opfer verantwortlich. Bei Dauerregen kommt es vor allem in den Armensiedlungen (Favelas) an den hügeligen Rändern von Rio immer wieder zu Erdrutschen, wobei die Schlammlawinen jene provisorisch errichteten Häuser regelrecht unter sich begraben.

Am schwersten betroffen von den Unwettern waren die dichtbesiedelten Viertel im Norden der Millionenmetropole. Dort und im Süden von Rio löste der Regen mehrere Erdrutsche aus. Zahlreiche Gegenden waren überschwemmt, viele Straßen waren durch die Fluten unpassierbar. Auch in der reichen Südzone der Stadt traten schwere Überschwemmungen auf. In vielen Vierteln wie Botofogo oder Laranjeiras fiel der Strom aus. Das Viertel Barra da Tijuca ist von der Außenwelt quasi abgeschnitten.

Der Regensturm hatte am Montagabend mitten während des Berufsverkehrs eingesetzt. Der Inlandsflughafen Santos Dumont wurde für zwei Stunden geschlossen.

Am Dienstagmorgen konnten die Flugzeuge wieder starten und landen, viele von ihnen jedoch mit Verspätung. Auch am internationalen Flughafen Galeão - Antônio Carlos Jobim lief der Betrieb, wenn auch mit Verzögerungen. Die meisten Schulen hingegen blieben geschlossen. Die Meteorologen sagen weitere Regenfälle voraus.

jjc/dpa/AFP/Reuters