Bremen: Mindestens neun Tote nach Gasexplosion - DER SPIEGEL
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Bremen Mindestens neun Tote nach Gasexplosion

Der ganze Schrecken der verheerenden Gasexplosion in Bremen ist erst am Tag danach deutlich geworden: Neun Tote bargen die Einsatzkräfte aus den Trümmern des völlig zerstörten Hauses. Zwei Menschen werden noch vermisst.
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Bremen - Für die beiden Vermissten bestehen kaum noch Überlebenschancen. Das vorerst letzte geborgene Opfer ist eine etwa 70 Jahre alte Frau. Ihr Körper war in den Trümmern eingeklemmt, hieß es. Sechs Tote wurden nach Polizeiangaben inzwischen zweifelsfrei identifiziert. Dabei handelt es sich um drei Frauen im Alter von 61, 86 und 90 Jahren sowie um drei Männer im Alter von 72 und 73 Jahren.

21 Menschen wurden bei dem Unglück am Montag verletzt. Die Heilsarmee hatte das Haus für betreutes Wohnen genutzt. In den 22 Wohnungen waren 31 Menschen gemeldet.

Ursache für den Einsturz des vierstöckigen Gebäudes ist nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Feuerwehr eine Gasexplosion. Experten vermuten, dass Bauarbeiten die Katastrophe ausgelöst haben. Auch die Staatsanwaltschaft schaltete sich inzwischen in die Untersuchungen ein. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Karl-Heinz Knorr, sagte, das Zuleitungsgasrohr von der Straße ins Haus sei der Strafverfolgungsbehörde übergeben worden.

Einsatzkräfte vermuten, dass ein Leck in der Erdgasleitung zur Explosion geführt hat. Es sei vorstellbar, dass der noch vermisste Hausmeister wegen Gasgeruchs in den Keller gegangen sei, um die Ursache zu prüfen. Durch das Einschalten des Lichts könnte die Explosion ausgelöst worden sein. Die enorme Druckwelle hat nach Knorrs Darstellung nur etwa zwei Sekunden gedauert. Sie war so gewaltig, dass sogar die Fundamente im Keller weggesprengt wurden. Dadurch sei das Gebäude wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Dies mache ihn sicher, dass die Explosion im Keller stattgefunden habe, betonte Knorr.

Am Montagabend waren zwei Verschüttete, die per Handy Kontakt zu den Rettern gehalten hatten, lebend befreit worden. Im Wettlauf mit der Zeit und um die Eingeschlossenen nicht zu gefährden, mussten die Trümmer mit der Hand abgetragen werden. Während der 56 Jahre alte Mann mit leichten Verletzungen davon kam, wurde die etwa 70 Jahre alte Frau schwer verletzt.

Bei der Detonation wurden mehrere Nachbarhäuser schwer in Mitleidenschaft gezogen. Sie müssen Einsatzkräften zufolge vermutlich abgerissen werden. Vom explodierten Haus seien etwa 70 Prozent abgetragen. Die Arbeiten sollen mindestens noch bis Mittwochmittag dauern.