Britische Irak-Truppen: Terrorziel Feldküche - DER SPIEGEL
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Britische Irak-Truppen Terrorziel Feldküche

Mit der Aushebung eines Rizin-Labors vor knapp drei Wochen in London haben die britischen Behörden möglicherweise einen Anschlag auf ihre Truppen im Irak vereitelt. Ermittler vermuten, dass Terroristen das Atemgift in das Essen der Soldaten schmuggeln wollten.
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Washington - Islamistische Terroristen könnten geplant haben, die Nahrungsmittel der britischen Irak-Truppen mit dem Atemgift Rizin zu verseuchen, schreibt die "New York Times" am Freitag. Dem Bericht zufolge vermuten britische Ermittler, dass die Mitglieder der moslemischen Terrorgruppe, die in einer Folge von Razzien im Januar festgenommen wurden, versucht haben, Zugang zur Lebensmittelversorgung von mindestens einer Militärbasis des Vereinigten Königreichs zu bekommen. Verbindungen zum al-Quaida-Netzwerk werden nicht ausgeschlossen.

Die britischen Behörden entdeckten am 5. Januar Spuren des Gifts Rizin in einem Appartement in Norden Londons, in dem auch mehrere Verdächtige festgenommen wurden. Vier der festgenommenen Algerier wurden inzwischen als Terroristen angeklagt. Wozu das Atemgift hergestellt wurde, ist nicht bekannt. Auch die Menge des toxischen Stoffs und wohin das Mittel verteilt wurde, ist offen. Aus den Untersuchungen wurde nur wenig publik gemacht.

Nach dem Bericht der "New York Times" soll zumindest einer der Festgenommenen in der Lebensmittelproduktion gearbeitet haben. Er sei auch bereits in Kontakt mit Personen getreten, die auf einer britischen Militärbasis arbeiteten. Dennoch zeigen sich die amerikanischen Behörden vorsichtig: "Einige britische Ermittler vermuten, dass Rizin entwickelt wurde, um ihre Truppen zu vergiften. Bislang haben wir allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Gift und einer derartigen Verschwörung herstellen können," heißt es in dem Blatt. Dennoch soll das Pentagon auch von amerikanischer Seite erhöhte Sicherheitsvorkehrungen für das Essen der US-Truppen getroffen haben.

Das hochgiftige Rizin ist ein pflanzliches Gift und recht einfach herzustellen. Wie das Abführmittel Rizinusöl wird es aus dem Rizinussamen gewonnen. Nach Angaben des "Zentrums für Seuchenkontrolle und -prävention" in Atlanta kann das Gift in Form von Kügelchen, Puder oder Dunst bestehen und verflüssigt werden. Es kann inhaliert, injiziert oder ins Essen gemischt werden. Bereits geringe Mengen können beim Verzehr schwerste Blutungen in Magen und Eingeweiden verursachen. Gerät das Gift in die Blutbahn, greift es Leber, Nieren und Milz an und wirkt innerhalb von 72 Stunden tödlich. Allerdings ist das Gift nach Meinung von Experten kaum für einen Anschlag auf Menschenmassen geeignet.