Britischer Millionär: 16 Jahre Warten im Todesstrakt - DER SPIEGEL
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Britischer Millionär 16 Jahre Warten im Todesstrakt

Seine Verteidiger sprachen von einem "bittersüßen Sieg": Nach 16 Jahren in Floridas Todesstrakt wurde ein britischer Millionär zu lebenslanger Haft verurteilt. Jetzt wollen die Anwälte noch einmal in Berufung gehen und sogar die Unschuld des mutmaßlichen Mörders beweisen.
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Miami - Krishna Maharaj entging dem elektrischen Stuhl nur knapp. 1986 soll der in Trinidad geborene Brite, damals ein millionenschwerer Bananenimporteur in Florida, seinen Bürokollegen und dessen Sohn erschossen haben. Seither verbrachte der heute 63-Jährige die meiste Zeit seines Lebens im Todestrakt eines Gefängnisses in Florida. Und wartete dort auf das endgültige Urteil: Todesstrafe oder lebenslang?

Lebenslang, empfahlen jetzt mit elf zu eins Stimmen die Geschworenen eines Bezirksgerichts in Miami. Der Richter urteilte dann auch entsprechend und widersprach damit der Entscheidung der ersten Instanz, die Maharaj noch zum Tode verurteilt hatte.

Britische Parlamentarier hatten in Maharajs Fall in der Vergangenheit immer wieder gegen die drohende Todesstrafe protestiert. Mehr als 300 Abgeordnete unterzeichneten ein Schreiben, das Maharajs Freilassung verlangte. Während der letzten Gerichtsverhandlung setzte sich sogar der konservative Abgeordnete Peter Bottomley per Satellitenübertragung für Maharaj ein. Der Verdächtige habe einen guten Charakter, sagte Bottomley.

Davon sind auch die Verteidiger des Briten fest überzeugt. Sie wollen jetzt vor dem Bundesgericht in Florida erreichen, dass der britische Millionär freigesprochen wird. Angeblich können Maharajs Verteidiger sechs Zeugen benennen, die Maharajs zur Zeit des Mordes in Fort Lauderdale und nicht in Miami gesehen haben. "Wir werden dem Bundesgericht zeigen", kündigte Maharajs Anwalt Clive Stafford-Smith an, "dass der Mann unschuldig ist."